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Preisabsicherung

Dieseleinkauf: So sichern Sie sich die Top-Preise

Martin Ziegelbäck/Geschäftsführer Saatbau Preisgut GmbH/Anke Fritz/agrarhgeute
am
03.05.2016

Derzeit können Landwirte Diesel äußerst günstig beziehen. Das dlz agrarmagazin weiß, wie Sie jetzt die Top-Preise für das ganze Jahr sichern können, ohne den gesamten Bedarf im Tank zu bunkern.

Seit 2003 sind die Dieselpreise bis auf circa 0,70 Euro/l netto gesunken. Viele Landwirte denken darüber nach dieses Niveau bis 2017 zu fixieren. In Deutschland gelten für den durch­schnittlichen Dieselverbrauch pro Hektar Ackerfläche Werte von rund 100 Liter als plau­sibel. Auf schweren Standorten und bei intensiver Wirtschaftsweise kann der Treibstoffverbrauch sogar bis 130 l/ha steigen (ohne etwaige Beregnung). Im Grünland werden in der Praxis pro Schnitt etwa 15 l/ha verbraucht. Aufs Jahr gesehen wären das unter Einberechnung des Bedarfs an der Hofstelle etwa 80 l/ha Grünland.

Gut zu wissen:

  • Für eine Mindestmenge von 10.000 l pro Quartal können Landwirte an der Terminbörse ICE momentan gehandelte Nettopreise ohne Steuern (Referenzpreis) absichern.
  • Die Notierungen sind abrufbar auf www.dieselpreis.info.
  • Dafür ist eine Prämie zu bezahlen, die von der Laufzeit abhängig ist. Für eine Laufzeit bis 1. September 2016 liegt diese bei 6,9 Cent/l. Die Gebühr ist nicht umsatzsteuerpflichtig.
  • Für eine Laufzeit bis 1. Juni 2016 beträgt die Prämie 5,9 Cent/l, für eine Laufzeit bis 1. Dezember 2016 beträgt die Prämie 7,9 Cent/l.
  • Je nach Höhe der Preisschwankungen an der Börse kann die Prämie auch angepasst werden.
  • Steigt die Notierung an der Börse ICE, ermittelt sich der Auszahlungsbetrag der Option an den Lohnunternehmer oder Landwirt zum Laufzeitende aus der Differenz des Börsenpreises zum vereinbarten Referenzpreis. Diese soll den höheren Einkaufspreis des Treibstoffs ausgleichen.
  • Liegt die Börsennotierung zum Laufzeitende unter dem Referenzpreis, erfolgt keine Auszahlung.

Mengen aufsplitten

Im momentanen Umfeld ist es sogar für Energieexperten schwierig, die Entwicklung der Treibstoffpreise vorherzusagen. Zu beachten ist, dass ein Ausstieg aus der Dieselpreisabsicherung vorzeitig nicht möglich ist, falls die Preise nicht steigen sollten. Schließlich ist eine Verbindlichkeit von allen Vertragspartnern zur korrekten Abrechnung notwendig. Prinzipiell ist es ratsam, niemals alles auf eine Karte zu setzen und immer nur Teilmengen abzusichern. Gerade Lohnunternehmer sollten hier genau kalkulieren.

Fazit

  • Die Dieselpreise sind so niedrig wie lange nicht mehr. Eine langfristige Absicherung kann sich lohnen.
  • Da Mineralölhändler längerfrstige Kontrakte kaum anbieten, müssen Landwirte auf ein Wertpapiergschäft (Option) ausweichen.
  • Je nach Absicherungstermin können Kosten von 6 bis 9 Cent/l anfallen. Das heißt, Diesel müsste bis Sommer oder Herbst mindestens um diese Beträge teurer werden, damit sich die Absicherung lohnt.
  • Ob die Dieselpreise in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich so stark anziehen werden, ist sehr spekulativ.

Der vollständige Artikel ist in der Märzausgabe 2016 des dlz agrarmagazins erschienen.

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