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Düngemittel

Düngerpreise für Stickstoff sind kräftig gefallen

Harnstoffdünger rinnt aus einem Anhänger
Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
06.06.2017

Die Preise für Stickstoff-Dünger bleiben billig. Am stärksten war der Preisrückgang im Mai bei Harnstoff und bei Kalkammonsalpter (KAS).

Nicht nur die Düngerpreise für Harnstoff sind stark gesunken, auch bei flüssigem AHL-Dünger gingen die Preise zurück, berichtet Marktexperte Dr. Olaf Zinke im agrarmanager. Anfang Juni geben die Spotmarkpreise für Kalkammonsalpter weiter nach. Bei Harnstoff behaupten sich die Preise auf dem sehr niedrigen Niveau vom Mai und bei AHL zeigt sich weiterhin eine leichte Schwächetendenz.

Überkapazitäten und niedrige Kosten

Die Ursachen für die rückläufigen N-Düngerpreise liegen in der Entwicklung am Weltmarkt. Dort sind die Preise für Harnstoff ebenfalls kräftig gefallen und rutschten im Mai unter das bereits sehr niedrige Vorjahresniveau. Für Juni und August sieht es derzeit nach einer Seitwärtsbewegung der globalen Harnstoffpreise aus. Das Preisniveau bleibt damit auch im Juni niedriger als im vorigen Jahr und bewegte sich dann in etwa auf der Vorjahreslinie.

Ein wesentlicher (fundamentaler) Grund für die rückläufigen N-Düngerpreise liegt in der Ausweitung der globalen Produktionskapazitäten. Dabei übertraf das Produktionswachstum in den letzten Jahren den Zuwachs beim Verbrauch relativ deutlich. Hinzu kommen die mit den Energiepreisen (Erdgas) kräftig gefallenen bzw. anhaltend niedrigen Herstellungskosten.

Harnstoff in Deutschland billiger

Ende Mai kostete granulierter Harnstoff an den deutschen Importhäfen etwa 255 Euro je t und damit 14 Euro weniger als Ende April, als die Preise etwa bei 269 Euro lagen. Anfang April wurde Harnstoff an den deutschen Spotmärkten noch für 290 Euro gehandelt und damit 45 Euro über dem derzeitigen Niveau. Anfang Juni behaupteten sich die Spotmarkpreise für Harnstoff auf dem sehr niedrigen Niveau vom Mai.

Preisrückgang bei Kalkammonsalpter

Die Spotmarktpreise für Kalkammonsalpter (KAS) haben an den deutschen Importhäfen im Mai ebenfalls nachgegeben. Ende Mai lagen die Preisforderungen für die Verladung von Kalkammonsalpter (KAS) bei 190 Euro je t und damit 13 Euro niedriger als Ende April mit 203 Euro je t. Anfang April hatten die KAS-Preise bei 213 Euro gelegen und waren etwa 23 Euro höher als jetzt.

Anfang Juni geben die Spotmarkpreise für Kalkammonsalpter weiter nach und liegen  nur noch bei 185 Euro je t. Im Vergleich zum vorigen Jahr (185 Euro) sind die aktuellen KAS-Preise eben so hoch.

Spotmarkpreise für AHL

Die Spotmarkpreise für Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) lagen an den deutschen Importhäfen Ende Mai bei 149 Euro und waren damit 3 Euro niedriger wie Ende April und etwas höher als am Terminmarkt (142 Euro).

Im März hatten die AHL-Preise allerdings noch zwischen 155 und 160 Euro gelegen und damit etwa 6 bis 11 Euro über den aktuellen Preisen. Im Vergleich zum vorigen Jahr (172 Euro) sind die derzeitigen AHL-Preise 23 Euro je t niedriger.

Mehr Informationen zu den aktuellen Entwicklungen am Düngemarkt lesen Sie im agrarmanager.

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