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Landgrabbing

Europäisches Parlament erteilt Kapital- und Investmentbauern eine Absage

Rapsfeld
aiz
am
02.05.2017

Brüssel - Ein "klares Bekenntnis zu unseren bäuerlichen Familienbetrieben und eine Absage an Kapital- und Investmentbauern" sieht die Landwirtschaftssprecherin der ÖVP im EU-Parlament, Elisabeth Köstinger, im Beschluss zu einem Bericht über die Konzentration von Agrarland in der EU.

"Agrarland darf keine Spekulationsmasse sein. Wir wollen Bauern vor Konzernherrschaft schützen. Zugang zu Land ist eine Grundvoraussetzung für die Erhaltung der kleinstrukturierten österreichischen Landwirtschaft", erläutert Köstinger. "Landwirtschaftliche Familienbetriebe erzeugen hochqualitative Lebensmittel und erfüllen dabei auch andere wichtige soziale sowie ökologische Funktionen, die von industriellen Agrarbetrieben nicht wahrgenommen werden können", so die ÖVP-Politikerin.

Der Parlamentsbericht kritisiert, dass für 80% der Agrarbetriebe in der EU lediglich eine Ackerfläche von 12% des Agrarlandes zur Verfügung steht und fordert eine "veränderte Bodenpolitik aller Mitgliedstaaten", um eine "breite Eigentumsstreuung zu gewährleisten und den Anstieg von Boden- wie auch Pachtpreisen zu dämpfen".

Österreich bei Flächenverbrauch für Supermärkte an EU-Spitze

Neben der Landkonzentration sieht Köstinger ein großes Problem auch in der Verbauung von Flächen. "Unser Land und Boden ist eine Ressource, die nachhaltig geschützt werden muss. Österreich verliert jährlich 0,5% seiner Agrarflächen, das heißt in 200 Jahren gäbe es so gut wie kein landwirtschaftliches Areal mehr in Österreich, wenn wir so weitermachen. Wir dürfen nicht warten bis alles zubetoniert ist", so die ÖVP-Politikerin.

"Kein Land in der EU verbraucht so viel seiner Fläche für Supermärkte wie Österreich. Auch bei Straßenfläche pro Kopf liegt Österreich an vorderster Stelle in Europa", gibt Köstinger zu bedenken.

In Österreich kommen 1,8 qm Supermarktfläche auf einen Einwohner: Frankreich liegt mit 1,2 m2 und Italien mit 1 m2 an zweiter beziehungsweise dritter Stelle. Österreich hat mit 15 m pro Kopf eines der dichtesten Straßennetze. In Deutschland kommen 7,9 m und in der Schweiz 8,1 m auf einen Einwohner.

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