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Krisenhilfe

Bis zu 15.000 Euro: Kleinbeihilfe für Landwirte steht

Ökologische Schweinehaltung
am Mittwoch, 14.09.2022 - 10:50 (Jetzt kommentieren)

Der zweite Teil des Hilfspakets ist startklar. Am 1. Oktober beginnt die Antragsfrist.

Das Kleinbeihilfe-Programm für landwirtschaftliche Betriebe, die besonders unter den Folgen des Ukraine-Krieges leiden, ist startklar. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium heute (14.9.) bekanntgab, wurde die entsprechende Förderrichtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit liegt nun auch der zweite Baustein des Hilfspakets von insgesamt 180 Mio. Euro für energieintensive landwirtschaftliche Betriebe vor.

In der vergangenen Woche war der Auftakt des ersten Teils, der sogenannten Anpassungsbeihilfe in Höhe von knapp 135 Mio. Euro, angekündigt worden. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sagte, mit der Kleinbeihilfe würden nun auch die Betriebe erreicht, für die die Anpassungshilfe nicht greife.

Wer ist zur Teilnahme am Kleinbeihilfe-Programm berechtigt?

Wie bei der Anpassungsbeihilfe sind auch im Kleinbeihilfe-Programm Betriebe aus den Sektoren

  • Freilandgemüsebau und Obstbau,
  • Weinbau und Hopfen sowie
  • Hühner-, Puten-, Enten- und Gänsemastbetriebe und
  • Betriebe mit Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und Schweinemast anspruchsberechtigt.

Zusätzlich ist der Obst- und Gemüsebau mit geschützter Produktion anspruchsberechtigt.

Von der Kleinbeihilfe profitieren nur diejenigen Betriebszweige, für welche die Anpassungsbeihilfe nicht in Betracht kommt. Dies betrifft neben dem Obst- und Gemüsebau mit geschützter Produktion insbesondere Tierhaltungsbetriebe, die keine Flächen haben, sogenannte Kleinerzeuger und Betriebe bis ausschließlich zehn Hektar Ackerfläche.

Wie hoch sind die Fördersätze?

Die Kleinbeihilfe wird einmalig als direkter Zuschuss in Höhe eines Pauschalbetrags gewährt.

Sie beträgt für

  • Schweinemast 125 Euro je 100 durchschnittlich gehaltene Mastschweine,
  • Ferkelaufzucht 31 Euro je 100 durchschnittlich gehaltene Ferkel,
  • Sauenhaltung 97 Euro je durchschnittlich gehaltene Sau,
  • energieintensiven Obst- und Gemüsebau mit geschützter Produktion 60 Euro je 100 Quadratmeter Anbaufläche,
  • Freilandobst- und -gemüsebau 379 Euro je Hektar Anbaufläche,
  • Obstbau 124 Euro je Hektar Anbaufläche,
  • Weinbau 63 Euro je Hektar Anbaufläche,
  • Hopfen 130 Euro je Hektar Anbaufläche,
  • Hühnermast 47 Euro je 100 durchschnittlich gehaltene Masthühner,
  • Putenmast 132 Euro je 100 durchschnittlich gehaltene Mastputen,
  • Entenmast 56 Euro je 100 durchschnittlich gehaltene Mastenten,
  • Gänsemast 72 Euro je 100 durchschnittlich gehaltene Mastgänse.

So läuft das Antragsverfahren für die Kleinbeihilfe

Das Kleinbeihilfe-Programm hat ein Volumen von insgesamt rund 45 Mio. Euro. Die Beihilfe wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ausgezahlt. Die BLE wird alle berechtigten Landwirte schriftlich kontaktieren.

Özdemir versprach: „Damit niemand durchs Netz fällt, schreiben wir alle berechtigten Betriebe an und informieren, wie und wo die Kleinbeihilfe beantragt werden kann. Wir wollen verhindern, dass jemand vor lauter Herausforderungen nichts von unserem Programm mitbekommt und eine Frist verpasst.“

Anträge können in der Zeit vom 1. bis 31. Oktober gestellt werden. Die individuelle Beihilfe richtet sich nach den Flächen- beziehungsweise Tierzahlen eines Betriebs. Es gilt eine Obergrenze von 15.000 Euro pro Unternehmen.

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