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Steuer und Finanzen

2011/12: Landwirtschaft mit insgesamt guten Ergebnissen

© landpixel
von , am
26.11.2012

Trotz deutlicher Unterschiede nach Regionen und Produktionsschwerpunkten ist der Verband der Landwirtschaftskammern zufrieden mit den vorliegenden Buchführungsergebnissen der Betriebe.

Damit die Kontokosten im Rahmen bleiben, sollten sie regelmäßig überprüft werden. © Mühlhausen/landpixel
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland haben das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2011/12 bei einer mäßigen Ernte "insgesamt gut" abgeschlossen. Dieses Resümee zieht der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) aus den ersten vorliegenden Buchführungsergebnissen. Trotz  Kostensteigerungen zwischen fünf und 15 Prozent (%) sei das fünfjährige Mittel im Unternehmensergebnis überboten worden, berichtete der VLK vergangene Woche in Berlin.

Regionale Unterschiede in den Betriebsergebnissen

Die Produktpreise hätten sich in der vergangenen Saison als "überwiegend erfreulich" präsentiert. Entsprechend den Haupteinflussfaktoren hätten sich in den Betriebsresultaten jedoch deutliche Unterschiede nach Regionen und Produktionsschwerpunkten ergeben. Von den Ackerbauern konnten laut VLK nur die Betriebe in Niedersachsen ihr Ergebnis gegenüber 2011/12 verbessern, und zwar um 20 %. Während die Veredlungsbetriebe einen starken Anstieg des Gewinns verzeichneten und sich wieder im Plus befanden, meldeten die Futterbaubetriebe durchgehend eine Verschlechterung der Unternehmensergebnisse. Der VLK bezeichnete die wirtschaftliche Situation der Milchviehhalter aber dennoch als solide.

Schwankungen bei den Einkommen nehmen zu

Nach Angaben des Verbandes zeigt sich im Mehrjahresvergleich, dass die Schwankungen in der Einkommenssituation der Landwirte immer größer werden. Festzustellen sei, dass der Wert, um den sich die Schwankungen herum vollzögen, steige. Noch vor acht Jahren hätten die Unternehmensergebnisse um die Marke von 45.000 Euro geschwankt. Selbst in schlechten Jahren seien die Unternehmensergebnisse nicht mehr unter diese Grenze gefallen. Jetzt pendelten sie um die 55.000 Euro-Marke. Trotz Finanzkrise und deutlicher Teuerungen hätten die Betriebe den Inflationsausgleich geschafft: "Nicht mehr - aber auch nicht weniger".

Überwiegend schlechtere Ergebnisse im Ackerbau

Nur in Niedersachsen konnten die Ackerbauern ihr Betriebsergebnis um 20 % verbessern. Der Ackerbau in den Börderegionen profitierte deutlich von den hohen Preisen für die Zuckerrüben und von den guten Getreide- und Rapspreisen. In Nordrhein- Westfalen wurde das durchschnittliche Betriebsergebnis mit minus sechs Prozent nicht ganz gehalten. Deutlich abwärts ging es im Saarland -29 %, in Rheinland-Pfalz -35 % und Schleswig-Holstein -42 %. Für diese Länder kamen vor allem zwei nachteilige Effekte zum Tragen. Zum einen waren die Einflüsse des Wetters empfindlicher zu spüren. Zum anderen konnten diese Länder kaum von den positiven Entwicklungen bei den Hackfrüchten, speziell bei den Zuckerrüben, profitieren.
 
In den Ländern, in denen es im Ackerbau gut gelaufen ist, wurden Unternehmensergebnisse mit einer Spanne zwischen 70.000 Euro bis 90.000 Euro und Nettorentabilitäten zwischen 115 % und 126 % erzielt. In den verbleibenden Regionen bewegen sich die Unternehmensergebnisse um die 45.000 Euro und es errechnen sich Nettorentabilitätswerte zwischen 55 % und 78 %.

Trendwende im Schweinesektor erreichte Ferkelerzeuger

Bereits im Vorjahr zogen die Erlöse für Schweinefleisch um knapp fünf Prozent an. Im Wirtschaftsjahr 2011/12 konnten die Mäster nochmals Preissteigerungen von vier bis elf Prozent durchsetzen. So erzielen die Schweinemäster im Wirtschaftsjahr 2011/12 Stückpreise zwischen 143 Euro bis 150 Euro (netto). Diese Trendwende hatte die Ferkelerzeuger im Wirtschaftsjahr 2010/11 nicht erreicht. Nach ohnehin schlechten Vorjahren brachen die Ferkelpreise damals noch einmal um zehn Prozent ein. Im Wirtschaftsjahr 2011/12 kam der Durchbruch für die Sauenhalter. Die Preise für ihre Ferkel stiegen zwischen neun bis 13 % auf 48 Euro pro Tier bis 55 Euro pro Tier an.

Rindfleischerzeuger holen weiter auf

Für die sonstigen Futterbaubetriebe, vornehmlich Bullenmäster und Mutterkuhhalter, verlief das Wirtschaftsjahr 2011/12 erfreulicher. Vor dem Hintergrund befriedigender Rindfleischpreise und höherer Mengen stabilisierten sich die Betriebe dieser Produktionsrichtung. Zuwächse des Unternehmensergebnisses zwischen einem Prozent und 26 % wurden errechnet. Gegenüber den Milchbauern konnten die Fleischerzeuger aufholen. Allerdings blieb ihr Unternehmensergebnis mit 24 000 Euro bis hin zu 46.000 Euro immer noch hinter der Milchviehhaltung zurück. Auch die Nettorentabilität zwischen 39 % und 79 % ist nicht ausreichend.

Veredlung wieder im Plus

Die Schweine haltenden Betriebe konnten die allgemeinen Kostensteigerungen, vor allem für Futter, durch bessere Preise mehr als nur kompensieren. Nach den mageren Vorjahren ist den spezialisierten Veredlern ein klarer Anstieg des Gewinns zu verzeichnen. Dieser Zuwachs reicht von 13,5 % bis zu 83 %. Mit Mittelwert über alle Länder gesehen hat sich das Unternehmensergebnis etwa verdoppelt. Die Unternehmensergebnisse liegen zwischen 45.000 Euro und 64.000 Euro bei einer Nettorentabilität zwischen 67 % und 103 %.
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