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Steuer und Finanzen

4 Mythen zum Einkommen in der Landwirtschaft

© landpixel
von , am
23.07.2015

Ist der Süden die Gunstregion der Landwirtschaft? Stehen Ackerbauern generell besser da als ihre Berufskollegen? Wir klären vier Mythen zum Einkommen in der Landwirtschaft auf.

AgriCircle bietet dem Landwirt umfassende Lösungen fürs Feldmanagement an. © Mühlhausen/landpixel
In den letzten Jahren ist das Einkommen der Landwirte gestiegen. Als Grund identifiziert das Thünen-Institut (bis zum Jahr 2012/13) den deutlichen Preisanstieg bei Milch und Getreide. Wie stellt sich die Lage dar, wenn man genauer auf die Einkommen in der Landwirtschaft blickt?
 
Wir haben einige Mythen mit Hilfe von Daten des Thünen-Instituts einem Faktencheck unterzogen. Alle Zahlen reichen maximal bis zum Wirtschaftsjahr 2012/13. Aktuellere Daten sind derzeit nicht verfügbar.

Mythos 1: Im Süden befinden sich die Gunstregionen

In der Region Ost sind die Einkommen am höchsten. © Thünen-Institut
Stimmt so nicht
 
Betrachtet man das Einkommen der Landwirte (Haupterwerb), stimmt diese These nicht. Am meisten verdienen Landwirte im Osten (MVP, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen). Im Schnitt liegt deren Einkommen jährlich bei 42.000 Euro (im Jahr 2012/13).
 
Danach folgen (absteigend):
  • Region Nord-West (SWH, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, NRW): 40.000 Euro
  • Region Süd (Baden-Württemberg, Bayern): 29.000 Euro
  • Region Mitte (Hessen, Rheinland Pfalz, Saarland): 27.000 Euro
Nach Angaben des Thünen-Instituts ist der Grund für die Einkommensunterschiede eine regional unterschiedliche Verteilung der Betriebe nach Betriebsformen und Größenklassen. Außerdem sind Standortfaktoren/Ertragsbedingungen (Klima, Bodengüte etc.) von Region zu Region unterschiedlich.

Mythos 2: Einzelunternehmer verdienen am Schlechtesten

Stimmt
 
Im Schnitt verdienen Einzelunternehmer je Arbeitskraft und Jahr 5.000 Euro weniger als Personengesellschaften. Konkret waren das im Wirtschaftsjahr 2012/13 knapp 35.000 Euro. Der Grund, laut Analyse des Thünen-Instituts: sie haben kleinere Fläche und sind stärker auf tierische Produktion spezialisiert.
 
Das höchste Einkommensniveau haben Personengesellschaften (2012/13: 40.000 Euro/AK), dicht gefolgt von der Rechtsform Juristische Personen (2012/13: 40.000 Euro/AK). Letztere können die Einkommen der Personengesellschaften in einzelnen Wirtschaftsjahren übersteigen.
 
Insgesamt sind die Einkommen über alle Rechtsformen hinweg von 2002/03 bis 2012/13 gestiegen.

Mythos 3: Milchviehbetriebe verdienen generell schlecht

Stimmt so nicht
 
Zwar haben die deutlich höheren Futtermittelkosten in den vergangenen Jahren zu einem Einkommensrückgang geführt. Abhängig von der Zahl der Milchkühe gibt es jedoch erhebliche Einkommensunterschiede.
 
Wer weniger als 50 Tiere hält, hat nach Angaben des Thünen-Instituts ein wesentlich niedrigeres Einkommensniveau je Arbeitskraft (AK). 2012/13 waren das im Schnitt 25.000 Euro je AK.
 
Milchviehbetriebe mit über 100 Kühen haben in allen Wirtschaftsjahren das höchste Einkommen je AK erzielt (2012/13: 40.000 Euro).

Mythos 4: Ackerbauern verdienen generell gut

Stimmt so nicht
 
Wie hoch das Einkommen je Arbeitskraft ausfällt, hängt bei Ackerbaubetrieben stark an der Flächenausstattung:
LF < 100 ha: 39.000 Euro/AK im Jahr 2012/13
LF > 250 ha LF: knapp 90.000 Euro/AK im Jahr 2012/13
 
Nicht nur das: Ackerbaubetriebe mit mehr als 250 ha haben ihr Einkommen im Wirtschaftsjahr 2012/13 gegenüber dem vorherigen um etwa 75 % gesteigert. Betriebe mit weniger als 100 Hektar verdienten hingegen nur 25 Prozent mehr.
 
Die größten Einkommensschwankungen verzeichnete das Thünen-Institut übrigens bei den Veredlungsbetrieben. Als Grund führt das Institut stark ausgeprägte Änderungen von Produkt-, Jungtier- und Futtermittelpreisen an. Veredlungsbetriebe haben 2012/13 im Schnitt gut 40.000 Euro je Arbeitskraft verdient.
 

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