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Drohneneinsatz

Bis zu 4.000 Euro pro Drohne für die Rehkitzrettung

Drohneneinsatz mit Wärmebildkamera in der Landwirtschaft
am Dienstag, 30.03.2021 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) stellt insgesamt 3 Mio. Euro für die Anschaffung von Drohnen zur Rettung von Rehkitzen bereit. Jägervereinigungen und andere Vereine können 60 Prozent der Investitionskosten bis maximal 4.000 Euro pro Drohne erstattet bekommen.

Update vom 30. März 2021, 10:00 Uhr: 

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat mit dem Antragsverfahren für die Anschaffung von Drohnen gestartet.

Bundesprogramm zur Kitzrettung: Wer erhält die Förderung?

Einen Antrag stellen können eingetragene Vereine, die die Pflege und Förderung des Jagdwesens sowie des Tier-, Natur- und Landschaftsschutzes oder die Rettung von Wildtieren in ihrer Satzung verankert haben. Antragsberechtigt sind darüber hinaus eingetragene Kreisjagdvereine. 

Wie stelle ich einen Antrag für die Anschaffung von Drohnen?

Bis zum 1. September 2021 können noch Anträge für die Förderung bei der Beschaffung von Drohnen zur Kitzrettung gestellt werden. Pro Verein werden ein oder zwei Drohnen mit bis zu 4.000 Euro oder 60 Prozent der Ausgaben bezuschusst. Nach dem ersten Antrag auf Förderung muss noch ein zweiter Antrag auf Auszahlung der Fördersumme gestellt werden. Für den zweiten Antrag endet die Frist am 30. September 2021.

Für beide Anträge stellt die BLE Online-Formulare zur Verfügung: 

Voraussetzung ist, dass die Drohnen über eine Echtbildkamera mit integrierter oder kompatibler Wärmebildkamera sowie über eine Mindestflugzeit von 20 Minuten verfügen. Außerdem müssen sie eine Home-Return-Funktion besitzen. Neben dem Fluggerät sind ein Steuerungsgerät, bis zu zwei Ersatzakkus und ein Transportbehälter förderfähig. 

Kosten für Schulungen und Einweisungen in das Gerät, Kosten für dessen Pflege und Wartung, Eigenleistungen, erforderliche Betriebsmittel sowie das Erlangen eines Drohnenführerscheins oder einer Fluglizenz können nicht in die Förderung einbezogen werden. 

Jährlich werden etwa 100.000 Rehkitze übersehen

Max Straubinger, CSU

In einer Pressemitteilung weist das BMEL auf den ersten Schnitt beim Grünland während der ersten Lebenswochen der Rehkitze hin: Bei Gefahr verharren die Kitze reglos und für den Landwirt meist nicht sichtbar auf dem Boden.

Die Erfahrungen bei der Rehkitzrettung zeigten, dass moderne Drohnen mit Wärmebildkameras die beste Möglichkeit seien, Rehkitze zu orten. „Dabei ist es wichtig, dass die Tiere nicht in den direkten Kontakt mit einem Menschen kommen, damit sie den Geruch nicht annehmen und hinterher von den Muttertieren verstoßen werden. Mit unserer Millionen-Förderung leisten wir einen Beitrag, diese Technik in die Fläche zu bringen“, unterstrich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

Max Straubinger (CSU), Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, begrüßte die Förderung als einen „tollen Beitrag zum Tierwohl“. Es verendeten jährlich etwa 100.000 Rehkitze in Deutschland, weil sie bei der Mahd übersehen würden. Daher sei es erfreulich, dass das BMEL die Jäger bei ihrem „überwiegend ehrenamtlichen Beitrag zum Natur- und Tierschutz“ finanziell unterstütze, so Straubinger.

Mit Material von Agra Europe (AgE)

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