Login
Produktion und Förderung

92 Prozent des Futters stammt aus Deutschland

© kkrenn/agrarheute.com
von , am
22.03.2013

Entgegen langläufigen Meinung ist der Importanteil von Futtermittel relativ gering. Nur acht Prozent des Futters wird importiert. Die Selbstversorgung mit Soja liegt jedoch noch in weiter Ferne.

Wie rentabel ist das Kraftfutter?
"Grundsätzlich ist der Anteil der Eigenversorgung aus Deutschland und der EU enorm hoch. Denn die Meinung, Unmengen an Futter werde importiert, basiert aber auf keinerlei Fakten", so der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT). Das Tierfutter setze sich aus 53 Prozent Grünlandaufwuchs (Gras und Grasprodukte) und Silagen, 25 Prozent Mischfutter und 22 Prozent hofeigenes Getreide sowie zugekaufte Einzelfuttermittel zusammen. Somit stammen 92 der Futtermittel aus heimischer Produktion. Nur acht Prozent werde laut DVT importiert. Der Importanteil besteht vor allem aus Ölkuchen und -schroten (insbesondere Sojaprodukte).
 

Selbstversorung mit Eiweiß bleibt Zukunftsmusik

Eine Selbstversorgung in Bezug auf Eiweiß ist in Deutschland und Europa unter den derzeitigen Rahmenbedingungen praktisch und ökonomisch kaum machbar. Der Anbau von heimischem bzw. regionalem Soja (Donau-Soja) nimmt zwar regional zu, allerdings sind die Erntemengen noch nicht nennenswert. Darüber hinaus fehlen noch standardisierte und schonende Aufbereitungsanlagen.
Zwar ist die Diskussion um die Wiederzulassung bestimmter tierischer Proteine in der Fütterung von Nutztieren wiederbelebt worden. Eine Wiedereinführung wird vom DVT jedoch nicht aktiv gefordert. Sie wäre nur unter der Voraussetzung machbar, dass eine eindeutig positive wissenschaftliche Sicherheitsbewertung vorliegt und die Akzeptanz im Markt gegeben ist (bei allen Stufen der Lebensmittelkette, der Politik und der Verbraucherschaft). Darüber hinaus wären auch hiervon nur geringe Mengen vorhanden: In Deutschland könnten mit dem nur in Frage kommenden Kategorie-3-Material nur etwa 6 Prozent des Sojaschrotverbrauchs ersetzt werden.

Soja ist für die Eiweißversorgung unabdingbar

Für die Eiweißversorgung der Nutztiere in Deutschland sind derzeit pro Jahr 8,37 Millionen Tonnen verdauliches Rohprotein erforderlich, davon stammen 6,51 Millionen Tonnen (77,8 Prozent) verdauliches Rohprotein aus dem heimischen Rauh- und Saftfutter, dem wirtschaftseigenen Getreide und heimischen Nebenprodukten der Rapsölgewinnung, der Lebensmittelverarbeitung und der Bioethanolgewinnung sowie Körnerleguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen, stellt der DVT fest.
 
Der Importbedarf in Höhe von 1,86 Millionen Tonnen (22,2 Prozent) verdaulichem Rohprotein wird zu mehr als 75 Prozent über den Import von Sojabohnen (circa 3 bis 4 Millionen Tonnen) und Sojaextraktionsschrot (circa 2 Millionen Tonnen) gedeckt. Sojaextraktionsschrot fließt mit einem durchschnittlichen Mengenanteil von circa 13 Prozent in das heimische Mischfutter ein, deckt damit aber rund 35 Prozent des Aufkommens an verdaulichem Rohprotein in der Ration. Von den zur Verfügung stehenden Proteinträgern könne außer Soja kein anderes Produkt auch nur annähernd solche günstigen nutritiven Eigenschaften bieten.
 

Alternativen zu Soja

  • die Nutzung von eiweißreichen Nebenprodukten aus der Gewinnung von Lebensmitteln wie Ölen, Stärken, Bier etc.,
  • die Nutzung von eiweißreichen Nebenprodukten aus der Gewinnung von Biodiesel und Bioethanol,
  • die Nutzung von heimischen Körnerleguminosen,
  • die Nutzung von tierischem Protein (lebensmitteltaugliche Schlachtnebenprodukte) 
  • die Erschließung und Nutzung von mikrobiellem Protein für Futterzwecke (Mikroalgen, Bakterien, Pilze)

 

Hofreport: Sojaanbauversuch gescheitert

 
Auch interessant