Login
Produktionskosten

Absturz der Rohölpreise drückt Produktionskosten in der Landwirtschaft

Gewinnsteigerung in der Landwirtschaft
Thumbnail
Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
27.12.2018

Die Rohölpreise sind in der Weihnachtswoche auf den niedrigsten Stand seit knapp drei Jahren abgestürzt. Das hat auch für die Landwirtschaft Auswirkungen.

Auch für das Erdgas ging es kräftig ging nach unten. Der Preisverfall bei den fossilen Energieträgern sorgte zudem für kräftige Abschläge bei Pflanzenölen, Ölsaaten und Ethanol.

Mittelfristig werden die deutlich gefallenen Energiepreise in der Landwirtschaft für eine spürbare Entlastung auf der Kostenseite  sorgen. Nicht nur dass die Preise für Treibstoff und Energie sinken. Auch die Herstellungskosten für viele von der Landwirtschaft zugekaufte Vorleistungen dürften zurückgehen.

Im zweiten Halbjahr 2018 waren die landwirtschaftlichen Kosten wegen der gestiegenen Energie- und Futterpreise geradezu explodiert. Die Betriebe mussten neben dürrebedingten Ernteverlusten und niedrigeren Betriebseinnahmen gleichzeitig mit steigenden Kosten zurechtkommen. Zumindest die Energie- und die Treibstoffkosten dürften nun wieder zurückgehen.

Schwaches Wachstum reduziert Energiebedarf

agrardieseltanken.jpg

Offenbar ist der Preisverfall bei Rohöl und Erdgas jedoch nur zu einem Teil auf fundamentale Entwicklungen am Energiemarkt selbst zurückzuführen. Nach Meinung der meisten Analysten ist der Absturz der Ölpreise vielmehr die unmittelbare Folge eines massiven Vertrauensverlustes in die globale Wirtschaft.

Dafür sprechen auch die jüngsten drastischen Einbrüche der Aktienkurse in den USA und in Europa um etwa 20 Prozent. Für ein schwächeres Wirtschaftswachstum oder bei einer globalen Wirtschaftskrise wird jedoch weitaus weniger Energie benötigt. Viele Investoren zogen deshalb Geld aus dem Energiesektor ab und lösten damit den Preisrutsch erst aus.

Mit den fallenden Kursen hat sich die Dynamik der Korrektur noch beschleunigt und weitere Kapitalabflüsse waren die Folge. Dabei waren die Preise für Rohöl und Erdgas erst Anfang Oktober auf den höchsten Stand seit vier Jahren geklettert.

Viele Analysten gingen zu diesem Zeitpunkt noch von einem weiteren Anstieg der Preise bis weit ins nächste Jahr aus. Nun hat der Markt in kurzer Zeit jedoch völlig gedreht und die Rohölkurse sind auf den niedrigsten Stand seit 3 Jahren gefallen.

Preissturz von 40 Prozent

Rohölpreise

Am 24. Dezember wurde Rohöl der Sorte WTI am US-Terminmarkt nur noch mit 42,5 USD je Barrel gehandelt. Seit der letzten Preisspitze Anfang Oktober war dies ein Kursrückgang von mehr als 40 Prozent. Ähnlich scharfe Preiskorrekturen gab es bei Erdgas. Hier sind die Kurse in den USA im gleichen Zeitraum um 30 Prozent abgestürzt.

Damit sinken jedoch die Herstellungskosten bei allen wichtigen industriellen und landwirtschaftlichen Produkten. In der Landwirtschaft ist Erdgas beispielsweise der wichtigste Kostenfaktor bei der Herstellung von stickstoffhaltigen Mineraldüngern. Aber auch für Treibstoff, Heizöl und zahlreiche andere Vorleistungen dürften die Aufwendungen sinken.

Nach einer zwischenzeitlichen Preiskonsolidierung haben die Energiepreise ihre Abwärtsbewegung am heutigen Donnerstag (27.12.) erneut aufgenommen. Die Preiserwartungen an den Terminmärkten liegen auch für das neue Jahr nur geringfügig über dem aktuellen Niveau. Vor allem in den USA wird ein weiteres Wachstum der Erzeugung von Rohöl und Erdgas erwartet.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet vor dem Hintergrund der schwachen Wirtschaftsprognosen deshalb im kommenden Jahr ein Überangebot an Rohöl und Erdgas und hat ihre Preisprognose ebenfalls gesenkt.

Auch interessant