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Produktion und Förderung

Ackerbau: 'Die rosigen Zeiten sind vorbei'

von , am
05.08.2015

Die Wissenschaftler vom Braunschweiger Thünen-Institut sehen in Herbizidresistenzen von Unkräutern ein weltweites Problem mit erheblichen betriebswirtschaftlichen Folgen für Ackerbauern.

© krick/agrar-press
Die rosigen Zeiten für Ackerbaubetriebe gehen zu Ende: Zum dritten Mal in Folge sind 2014 die Gewinne typischer Betriebe gesunken. Das ist eines der Schlüsselergebnisse der diesjährigen agri benchmark Cash Crop Conference, die Mitte Juli in Brasilien stattfand.  Trotz der generell negativen Tendenz zeigten sich auch regionale Unterschiede. "Wir haben herausgefunden, dass die die Gewinne der typischen Betriebe in der EU, Brasilien und Australien weniger stark zurückgegangen sind als dies aufgrund der gesunkenen Preise auf den Weltagrarmärkten zu erwarten war. Ursache dafür sind die Abwertungen der jeweiligen Währungen gegenüber dem Dollar", erklärt der Koordinator des agri benchmark-Netzwerks, Dr. Yelto Zimmer, vom Braunschweiger Thünen-Institut. "In dieser schwachen Konjunkturlage waren Ölsaaten die 'Cash Cow' vieler Betriebe."

Agrarholdings in Russland profitieren von Zuschüssen

Agri benchmark-Berechnungen weisen auch darauf hin, dass es Betrieben in Russland und der Ukraine deutlich besser geht als gemeinhin angenommen. Dmitri Rylko (Leiter IKAR, Russland): "Zumindest auf kurze Sicht haben steigende Rubel-Erzeugerpreise weitgehend den Nachteil von steigenden Input- und Maschinenpreisen ausgeglichen. Der Grund für diesen Preisanstieg lag in einem hohen Wertverlust des Rubels. In Russland profitieren außerdem viele große Agroholdings von steigenden staatlichen Zinszuschüssen."
 
 

Herbizidresistenzen von Unkräutern mit betriebswirtschaftlichen Folgen

Eine Serie von Fallstudien aus Australien, Großbritannien, den USA und Brasilien zeigt, dass Herbizidresistenzen von Unkräutern ein weltweites Problem mit erheblichen betriebswirtschaftlichen Folgen sind. Thomas de Witte (Thünen-Institut), Koordinator dieses Projekts: "Unsere Fallstudien zeigen, dass im Mittleren Westen der USA die Grundrente einer Farm um 35 US-Dollar pro Hektar oder fünf Prozent zurückgehen wird, selbst wenn man die Worst-Case-Szenarien ausblendet. Für den typischen Betrieb im Westen Australiens beträgt der durch herbizidresistente Unkräuter verursachte Rückgang ca. 40 US-Dollar pro Hektar oder 40 Prozent und in Großbritannien bis zu 90 US-Dollar oder 20 Prozent. Diese Einbußen werden nicht nur durch höhere Ausgaben für Herbizide verursacht, sondern auch durch geänderte Fruchtfolgen und intensivere Bodenbearbeitung." Weizenbasierte Produktionssysteme, so der Thünen-Forscher, seien stärker betroffen sind als maisbasierte.
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