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Produktion und Förderung

Aeikens: Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt gut aufgestellt

von , am
09.12.2011

Magdeburg - Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens sieht Sachsen-Anhalts Landwirtschaft gut aufgestellt.

Für Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens ist die Begrenzung der Losgröße ein Teilerfolg. © pd
"Unsere Landwirtschaft steht auf soliden Füßen. Wir haben leistungsfähige Betriebe mit gut ausgebildeten Betriebsleitern und Geschäftsführern", sagte er bei der Vorstellung der Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2010. "Sachsen-Anhalt ist eines der wichtigsten deutschen Ackerbaugebiete", so Aeikens.
 
Manfred Scherschinski, Chef des Statistischen Landesamtes, sagte, die im Frühjahr 2010 durchgeführte Landwirtschaftszählung sei gut gelaufen: "Dank der aktiven Mithilfe der Landwirte ist es uns gelungen, bereits im Frühjahr 2011 erste vorläufige und im Spätherbst 2011 die endgültigen Ergebnisse darstellen zu können." 

Landwirtschaftszählung 2010 im Fokus

2010 fand in Deutschland nach zehn Jahren erneut eine Landwirtschaftszählung statt. Sie war eine in der Europäischen Union weitgehend einheitlich durchgeführte Befragung, die die Bereitstellung von europaweit vergleichbaren Informationen über die Landwirtschaft gewährleistet und damit eine Grundlage für die Durchführung und Beurteilung laufender und zukünftiger agrarpolitischer Maßnahmen ist. In Sachsen-Anhalt gaben im Frühjahr 2010 Landwirte Auskunft über ihre Betriebe. Sie machten unter anderem Angaben zur Bodennutzung, Tierhaltung, Arbeitskräftestruktur und Hofnachfolge. Zusätzlich wurde ein Teil der Landwirte zu landwirtschaftlichen Produktionsmethoden wie Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Erosionsschutz, Wirtschaftsdüngermanagement befragt.

Betriebe und Beschäftigte in der Landwirtschaft

Alle landwirtschaftlichen Betriebe, die bestimmte Mindestgrößen erreichten, waren auskunftspflichtig. Zur Entlastung kleinerer Betriebe wurden bei dieser Zählung die gesetzlichen Grundlagen zur Anhebung der Erfassungsgrenzen umgesetzt. So wurde z. B. die Erfassungsschwelle von zwei auf fünf Hektar heraufgesetzt. Dies muss bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden, insbesondere bei Vergleichen der Betriebs- und Beschäftigtenzahlen in der Landwirtschaft mit vorangegangenen Strukturerhebungen, wie die Landwirtschaftszählungen und Agrarstrukturerhebungen.

Es wurden folgende Ergebnisse ermittelt:

  • Im Frühjahr 2010 waren in Sachsen-Anhalt 4.219 landwirtschaftliche Betriebe mit 25.611 beschäftigten Personen berichtspflichtig. Mit 609 Betrieben befand sich die größte Anzahl im Landkreis Stendal. Deutschlandweit wurden 299.134 Betriebe registriert, die meisten in Bayern (97.873).
  • Zwei Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe waren Einzelunternehmen, etwa ein Fünftel Personengemeinschaften und -gesellschaften und gut 13 Prozent juristische Personen. Von den in Einzelunternehmen tätigen Beschäftigten waren 29,6 Prozent im Nebenerwerb tätig.
  • Über einen Hochschul- bzw. Universitätsabschluss verfügten 25,6 Prozent der Betriebsleiter und Geschäftsführer landwirtschaftlicher Betriebe in Sachsen-Anhalt (Deutschland 4,5 Prozent). Den Abschluss einer Landwirtschaftsschule besaßen in Sachsen-Anhalt 7,9 Prozent der Betriebsleitungen. In der Bundesrepublik Deutschland waren es 28 Prozent.
  • Die Hofnachfolge der Betriebe war in Sachsen-Anhalt bei 31,2 Prozent gesichert. Bundesdurchschnittlich waren es 30,6 Prozent.
  • Die landwirtschaftliche Bodennutzung erfolgt überwiegend auf Pachtbasis. Mit 77,0 Prozent war die Pachtquote (Pachtfläche je landwirtschaftlich genutzte Fläche) in Sachsen-Anhalt höher als im gesamtdeutschen Durchschnitt mit 59,8 Prozent. Gegenüber vorangegangenen Zählungen ist die Pachtquote deutlich zurückgegangen, 1997 lag sie noch bei 93 Prozent.
  • Der durchschnittliche Pachtpreis in Sachsen-Anhalt betrug 198 Euro je Hektar und war damit etwas niedriger als der Bundesdurchschnitt (203 Euro). Innerhalb Sachsen-Anhalts wurde der niedrigste Pachtpreis für Dessau-Roßlau mit 85 Euro je Hektar ermittelt. Das höchste Pachtentgelt war mit 273 Euro je Hektar im Salzlandkreis zu entrichten.
  • Im Jahr 2010 arbeiteten in Sachsen-Anhalt 7,2 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Im Deutschland-Durchschnitt waren es 5,5 Prozent.
  • Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld wies mit 3.231 Arbeitskräften den höchsten Anteil an Arbeitskräften innerhalb Sachsen-Anhalts auf. Darunter waren 1.399 Arbeitskräfte (43,3 Prozent) ständig beschäftigt. Auf Bundesebene waren es am 1. März 2010 ca. 1,1 Millionen, darunter 749.744 (69,4 Prozent) ständig Beschäftigte. Die meisten Arbeitskräfte verzeichnete Bayern (257.419), darunter waren 219.009 (85,1 Prozent) in ständiger Beschäftigung.
  • 1.173.085 Hektar landwirtschaftliche Fläche wurden in Sachsen-Anhalt bewirtschaftet. Diese Fläche stellte einen Anteil von 7,0 Prozent an der gesamtdeutschen landwirtschaftlichen Fläche dar, welche bei rund 16,7 Millionen Hektar lag.
  • Mit durchschnittlich 278 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche pro Betrieb war die Flächenausstattung in Sachsen-Anhalt etwa fünfmal so groß wie im Bundesdurchschnitt (55,8 Hektar). In Sachsen-Anhalt bewirtschafteten rund 86 Prozent der Betriebe eine Fläche von 200 Hektar und mehr, im Deutschlanddurchschnitt waren es 3,6 Prozent. Im bundesdeutschen Kreisvergleich liegen im Salzlandkreis mit einer Betriebsgröße von 350 Hektar nach dem Landkreis Uecker-Randows in Mecklenburg-Vorpommern (381 Hektar) die größten Betriebe.
  • Von der landwirtschaftlich genutzte Fläche in Sachsen-Anhalt waren 1.001.470 Hektar Ackerland, 168.570 Hektar Dauergrünland und 2.999 Hektar Dauerkulturen.
  • Auf knapp 60 Prozent des Ackerlandes wuchs Getreide (einschließlich Saatguterzeugung). Die meist angebaute Kultur war Weizen mit 35,6 Prozent, gefolgt von Winterraps mit 17,1 Prozent sowie Silomais/Grünmais mit 9,8 Prozent. Bundesweit wurden von etwa 11,8 Millionen Hektar ca. 28 Prozent für den Weizenanbau genutzt. Winterraps kam auf einen bundesweiten Anteil von etwa 12 Prozent. Silomais/Grünmais nahm rund 15 Prozent der Anbaufläche ein.
  • Nach dem Herkunfts- und Informationssicherungssystem für Tiere (HIT) sind 336.856 Rinder erfasst worden. Bundesweit wurden etwa 12,5 Millionen Rinder ermittelt.
  • In den berichtspflichtigen Betrieben Sachsen-Anhalts wurden unter anderem 1.082.955 Schweine, 103.421 Schafe sowie 6.666.109 Hühner gehalten. Auf Bundesebene waren es 27,6 Millionen Schweine, 2,1 Millionen Schafe und 114,1 Millionen Hühner.
Als weitere Informationen finden Sie auf der Homepage unter www.statistik.sachsen-anhalt.de einen ersten Statistischen Bericht sowie ausgewählte Tabellen.
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