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Finanzen

Agrar-Inkasso: Wenn der Geldeintreiber vor der Tür steht

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Katharina Krenn, agrarheute
am
08.05.2018

Wenn Landwirte ihre Rechnungen nicht begleichen, liegt es meist an der Liquidität. Deshalb beauftragen manche Gläubiger ein spezielles Agrar-Inkasso. Wir haben einen Inkassovertreter zu einem Schuldnerbetrieb begleitet.

Es ist Mittagszeit, als der Inkasso-Vertreter an der Tür klingelt. Ein junger Mann in Arbeitshose öffnet. „Guten Tag, Inkasso Germania, Wagner mein Name“, stellt sich Franz Wagner vor. „Es geht um die offene Rechnung des Gläubigers Landtechnik Hamm [Name von der Red. geändert]. Darf ich reinkommen?“ Der Mann scheint wenig überrascht und bittet den unangemeldeten Besucher herein. Es ist nicht das erste Mal, dass das Inkassounternehmen auf der Matte des Milchviehbetriebs steht.

Probleme mit der Liquidität

Wagner kommt gleich zu Sache: „Wir konnten leider nicht den vereinbarten Zahlungseingang feststellen.“ 10.600 Euro seien noch offen. „Ich kann ja alles zahlen. Wir sind ja ein großer Betrieb, wir sind halt nur wegen der Biogasanlage ins Schleudern gekommen“, rechtfertigt sich der junge Betriebsleiter. Über 100.000 Euro Fördergelder habe er unerwartet zurückzahlen müssen. Vor Kurzem habe er mit der Bank eine Umschuldung vereinbart. „Aber wenn ich jetzt von Ihnen einen Schufa-Eintrag bekomme, dann habe ich ein Problem.“ Wagner versichert ihm, dass Germania keinen Schufa-Eintrag veranlasst hat. Er will dem Landwirt keine zusätzlichen Steine in den Weg legen, denn er kennt die branchenbedingten Liquiditätsprobleme der Landwirte.

Landwirte zahlen ihre Schulden meist

Franz Wagners Arbeitgeber Germania hat sich auf Agrarinkasso spezialisiert und geht andere Wege als klassische Masseninkassobüros. Germania sucht im Auftrag des Gläubigers den persönlichen Kontakt zum Schuldner, um gemeinsam Möglichkeiten zum Schuldenabbau zu finden. „Das wird vor allem von Landwirten dankbar angenommen“, sagt Wagner. Er muss es wissen. Seit fast 30 Jahren wird er bei Agrarbetrieben vorstellig. „Der Landwirt ist ja meist nicht säumig, weil er nicht zahlen will, sondern weil er nicht kann.“ In 9 von 10 Fällen begleiche der Landwirt seine Schulden irgendwann.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Mai-Ausgabe des agrarheute Magazin.

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