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Thüringen

Agrargenossenschaft Teichel im Insolvenzverfahren

Kulturlandschaft in Thüringen
am Freitag, 12.11.2021 - 08:01 (8 Kommentare)

Für die Agrargenossenschaft Teichel im thüringischen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wurde am 1. September 2021 das Insolvenzverfahren eröffnet. Den Antrag auf Insolvenz hatte die über 1.700 Hektar große Genossenschaft mit 109 Mitgliedern im Juni gestellt.

Über den Beschluss des Amtsgerichts Gera zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens informieren die Rechtsanwälte und Insolvenzverwalter Rombach in einer Pressemitteilung. Erfolgt sei dieser juristische Schritt am 1. September. Seitdem hätten weitere Acker- und Grünlandflächen hinzugewonnen werden können.

In der Agrargenossenschaft Teichel laufe der Geschäftsbetrieb nämlich uneingeschränkt weiter und es werde an einer regionalen Lösung gearbeitet. Das bestätigte auch Stefan Blöttner, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft gegenüber agrarheute. „Wir wollen den Schaden so gering wie möglich halten. In unserem Betrieb geht alles normal weiter“, so Blöttner.

Beteiligte arbeiten am Erhalt der Agrargenossenschaft Teichel

Dass ein Ankauf weiterer Flächen gelungen sei, zeige laut Insolvenzverwalter Rolf Rombach, dass die Region hinter der Genossenschaft stehe. Die Deutsche Kreditbank (DKB) sei spontan bereit gewesen, „den Kaufvertrag im Wege der Gewährung eines Massedarlehens zu finanzieren“, heißt es. Mit dieser Geste habe auch die DKB ein Interesse zum Erhalt des Betriebs deutlich gemacht.

„Dies war nur leistbar, weil alle zusammengehalten und mitgezogen haben“, sagt Rombach und ist weiterhin zuversichtlich: „Wir sind auf einem sehr guten Weg, für die Agrargenossenschaft eine regionale Lösung zu finden.“ Blöttner erläutert, dass sich die Pächter und weitere Beteiligte ebenfalls klar positioniert hätten: Die Lösung solle nicht darin bestehen, einen Großinvestor über die Zukunft des Betriebs entscheiden zu lassen. Stattdessen würden die Menschen vor Ort einbezogen.

Dürrejahre haben zum Insolvenzantrag geführt

Die Genossenschaft mit 48 Mitarbeitern, darunter vier Auszubildende, habe laut Blöttner in den letzten Jahren viel in das Tierwohl der 450 Milchkühe und 270 Fleischrinder investiert und sei dafür auch ausgezeichnet worden. Dagegen habe es sich bei den Dürrejahren 2018, 2019 und 2020 um eine ganz andere Belastung gehandelt, gegen die mit den Banken kein tragfähiges Konzept erarbeitet werden konnte. Hinzu kam die Corona-Pandemie. Der Insolvenzantrag musste im Juni beim Amtsgericht Gera gestellt werden.

Auf ein zufriedenstellendes Ergebnis der zurückliegenden Ernte weisen die Rechtsanwälte Rombach hin. Die Gespräche zum Erhalt des Betriebs, die zurzeit geführt würden, seien intensiv und orientierten sich am Ziel einer regionalen Lösung.

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