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Produktion und Förderung

agrarheute.com unterwegs: Stippvisite bei US-Farmer Wilks

von , am
07.05.2012

Racine - Wir treffen US-Farmer Alvin Wilks zu einem kurzen Interview - über Ackerbau auf 2.600 Hektar, kurze Laufzeiten seiner Pachtverträge und "sehr, sehr wenig" Subventionen für die US-Landwirtschaft.

Ein zweites Mal begleiten wir 16 Agrarjournalisten auf ihrer Studienreise durch den Nordosten der USA - bei einem Besuch von US-Farmer Alvin Wilks auf seiner 2.600 Hektar-Farm. Der 72-Jährige Wilks kommt gerade aus seiner Werkstatt, als der Bus mit der Reisegruppe auf das Grundstück fährt. Der Farmer führt die Journalisten in die Maschinenhalle und stellt sein Unternehmen vor.
 
Mit seinen zwei Söhnen und einem Neffen bewirtschaftet er die Farm - in einer Ackerbauregion, gut 100 Kilometer nördlich von Chicago, Wisconsin. Auf 1.200 Hektar bauen sie Mais an, auf weiteren 1.200 Hektar Sojabohnen. Weizen steht auf 200 Hektar. Die Farm ist eine der größeren in der Region. Kleinere Farmen mit einer Größe von 120 bis 160 Hektar werden oft im Nebenerwerb betrieben.
 
Der Boden auf den Feldern ist sehr schwer, erzählt Wilks. Wenn es einmal zwei Inches, also gut 50 mm Niederschlag gegeben hat, staut sich Wasser für fünf bis sechs Tage auf den Feldern. Normalerweise fallen im Jahr gut 800 mm Niederschlag. Wenn das Wetter stimmt und es ausreichend Feuchtigkeit gab, erzielen die Wilks Weizenerträge von durchschnittlich gut 50 Dezitonnen pro Hektar. Beim Mais ernten sie etwa 110 und bei den Sojabohnen gut 33 Dezitonnen pro Hektar.

Wilks: Klimawandel verändert Niederschlagsmengen

Wilks zeigt den Journalisten seinen Hof. Die Getreidetrocknung geschieht vor Ort. Die Trocknungsanlage wird mit Erdgas betrieben. Wilks berichtet von gestiegenen Erntepreisen, da es in den vergangenen Jahren überall in den USA trockener geworden sei. Es gab weniger Regen als im bisherigen Mittel. Im letzten Jahr fielen nur 600 mm Niederschlag. In diesem Jahr habe es dagegen in den ersten drei Monaten schon besonders viel geregnet. Wilks vermutet, dass der Klimawandel Schuld ist.
 
Er zeigt seinen Gästen die Angus-Rinder. 300 Stück sind es zurzeit. Die Wilks kaufen sie im Oktober mit einem halben Jahr und verkaufen sie wieder, wenn die Tiere etwa 600 Kilogramm schwer sind. Zunächst war es lediglich ein Hobby. Jetzt aber gehören sie zum Geschäft dazu. Sie bekommen minderwertiges Getreide als Futter, das nicht verkauft werden kann und in gewissen Mengen jedes Jahr anfällt.

13 Traktoren und drei Mähdrescher im Einsatz

Die Größe seiner Felder ist unterschiedlich - besonders kleine sind zwei bis vier Hektar groß, einige aber auch 80 Hektar. Der Durchschnitt liegt bei 16 bis 32 Hektar. In Stoßzeiten arbeiten insgesamt bis zu zwölf Personen auf der Farm. Da muss auch der Maschinenpark entsprechend ausgestattet sein: 13 Traktoren, davon sechs Großmaschinen, diverse Anbaugeräte, drei Mähdrescher und drei LKW.
 
Immer wieder ziehen Wilks und die Journalisten Vergleiche zwischen der US-Landwirtschaft und den Bedingungen in Deutschland. Da werden natürlich auch die Agrarsubventionen diskutiert. Der Farmer berichtet, dass die US-Farmer nur "sehr, sehr wenig" finanzielle Unterstützung von der Regierung bekommen: Es gibt lediglich eine kleine Zuzahlung in Höhe von 12 bis 15 Dollar pro Acre, also etwa bis zu 37 Dollar für einen Hektar, für Mais, Sojabohnen und Weizen. Erstaunt ist der Farmer über die langen Pachtverträge in Deutschland. In den USA laufen sie nur für zwei bis drei Jahre - dann muss neu verhandelt werden.
 
Wir begleiten die Gruppe noch auf einer weiteren Station per Kamera: Ab 14. Mai sehen Sie, wie auf dem Dach eines New Yorker Hochhauses Gemüse angebaut wird.

Video "agrarheute.com unterwegs: Zu Besuch bei Case IH in Nord-Amerika"

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