Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Agrarministerium will Fichteneinschlag gesetzlich begrenzen

Holzernte mit dem Harvester
am Donnerstag, 07.01.2021 - 05:00 (2 Kommentare)

Das Landwirtschaftsministerium will der Forderung des Bundesrates folgen und den Einschlag von Fichten gesetzlich beschränken. Für Waldbesitzer hätte das Steuervorteile zur Linderung der Kalamitätsschäden.

Ende November hatte der Bundesrat gefordert, den Fichteneinschlag im Forstwirtschaftsjahr 2021 auf 85 Prozent des Durchschnitts der Jahre 2013 bis 2017 zu begrenzen. Diesem Vorschlag schließt sich das Bundeslandwirtschaftsministerium nun an.

Die notwendige Abstimmung in der Bundesregierung für eine Einschlagsbeschränkungs-Verordnung habe das Agrarministerium eingeleitet, teilte eine Sprecherin des Ressorts der Redaktion agrarheute auf Anfrage mit. „Unser Ziel ist es, das Inkrafttreten so schnell wie möglich zu erreichen“, so die Sprecherin.

Die Einschlagsbeschränkung soll rückwirkend ab dem 1. Oktober 2020 gelten. Somit würden die damit verbundenen steuerlichen Vergünstigungen ab diesem Zeitpunkt wirksam.

Fichten haben stark gelitten unter Hitze, Stürmen und Borkenkäfer

Damit die gesetzliche Beschränkung in Kraft treten kann, muss das Landwirtschaftsministerium allerdings zunächst den entsprechenden Verordnungsentwurf vorlegen. Anschließend wird der Bundesrat noch einmal mit dem Vorgang befasst.

Hintergrund ist, dass die deutschen Fichtenbestände in den vergangenen Jahren stark unter Hitze, Stürmen und Käferbefall gelitten haben. Die Kalamitätsnutzung überschreitet 40 Prozent des ungekürzten Einschlagsprogramms im Bundesgebiet. Das macht den Weg frei für eine Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlags kraft Rechtsverordnung nach dem Forstschäden-Ausgleichsgesetz. Die Einschlagsbeschränkung soll einen zu starken Preisverfall durch ein Überangebot auf dem Holzmarkt lindern.

Darauf müssen Waldbesitzer jetzt achten

Noch ist offen, wie stark die Beschränkung des Holzeinschlags ausfallen wird. Der Bundesrat hatte sich für eine Reduzierung auf 85 Prozent des durchschnittlichen Einschlags ausgesprochen.

Sollte es bei diesem Satz bleiben, müssen Forstwirte, die seit Oktober 2020 bereits Fichte eingeschlagen haben, beachten, dass dies auf den beschränkten Holzeinschlag anzurechnen ist. Wer sich nicht an diese Beschränkung hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Das sind Ihre Steuervorteile

Für Waldbesitzer würde die Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes steuerliche Erleichterungen bringen. Wie Ecovis-Steuerberaterin Juliane Kahlich erläutert, dürfen Steuerpflichtige, die nicht buchführungspflichtig sind und den Gewinn nicht durch Bilanzierung ermitteln, zur Abgeltung der Betriebsausgaben im Jahr der Einschlagsbeschränkung 90 Prozent der Einnahmen abziehen. Außerdem gilt für alle Kalamitätsnutzungen ein ermäßigter Steuersatz bei der Einkommensteuer.

Mit Material von BMEL, Ecovis

Sturmschäden: Orkantief Sabine wütet

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Januar 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...