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Produktion und Förderung

Agrarrohstoff-Index: Preise ziehen an

von , am
16.05.2011

Bonn - Die Preise für Agrarrohstoffe steigen. Die gedämpften Ernteaussichten sorgen - trotz zwischenzeitlich schwankender Börsenkurse - für anhaltend hohe Getreidepreise.

Der Agrarrohstoff-Index der Agrarmarkt Informations-GmbH für die wichtigsten in Deutschland erzeugten Agrarrohstoffe hat im April 2011 wieder spürbar zugelegt. Mit 140,6 Indexpunkten lag der Aprilwert für die 13 im Index enthaltenen Agrarprodukte rund drei Indexpunkte oder 2,3 Prozent höher als im März 2011.
 
Damit setzt sich der Aufwärtstrend des Indikators für die wirtschaftliche Entwicklung in der deutschen Landwirtschaft nach einer kurzen Pause im März weiter fort. Mit dem zuletzt erreichten Niveau sind die Rohstoffpreise inzwischen fast wieder auf dem bisherigen Höchstniveau vom Frühjahr 2008 angekommen.

Höhere Preise für Brotgetreide, Raps und Schlachtschweine

Die Ursache für den erneuten Anstieg des Agrarrohstoff-Index sind vor allem höhere Preise für Brotgetreide, Raps und Schlachtschweine. Die Preisdelle des Vormonats war beim Getreide durch einen Kursrutsch an den Terminmärkten zustande gekommen. Auslöser des damaligen Kurseinbruches war eine massive Verkaufswelle spekulativer Anleger infolge der Ereignisse in Japan und Libyen.
 
In den Wochen danach setzten sich aber wieder fundamentale Fakten durch. So sind die Ernteaussichten in Nordamerika, Europa und nicht zuletzt auch in Deutschland durch Trockenheit gedämpft. Der hohe weltweite Verbrauch lässt die Endbestände bei den meisten Getreidearten schrumpfen und sorgt so trotz zwischenzeitlich schwankender Börsenkurse für anhaltend hohe Getreidepreise.
 
Bei den Schweinen sorgte das sommerliche Wetter in den vergangenen Wochen für gute Umsätze mit Grillartikeln und anziehende Schlachtpreise. Auch die Preise für Milch, Geflügel und weibliche Schlachtrinder zogen im April an, während Bullen deutlich preiswerter wurden.

Mai: Tendenz zu stabilen bis festeren Preisen

Für den Mai rechnen Marktteilnehmer mit stabilen bis nochmals festeren Preisen. Getreide und Ölsaaten dürften jedenfalls mindestens bis zur Ernte knapp bleiben. Bei Milch werden die Preise vorerst durch eine stabile Nachfrage im In- und Ausland gestützt und die Schweinepreise zeigen saisonal zum Sommer hin in der Regel feste Tendenzen.
 
Die AMI hat den Index für die Preisentwicklung bei den wichtigsten Agrar- und Nahrungsmittelrohstoffen in Deutschland entwickelt, um für mehr Transparenz an den landwirtschaftlichen Rohstoffmärkten zu sorgen. Dieser Index umfasst die 13 wichtigsten landwirtschaftlichen Hauptprodukte und ist dadurch ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik in der deutschen Landwirtschaft. Der Index wird monatlich veröffentlicht.
 
Mehr Informationen zum Angebot der AMI bekommen Sie unter www.AMI-informiert.de
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