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Europäische Agrarpolitik

Agrarsubventionen: Keine Landwirte unter den Top-Empfängern

Subventionen Agrar
am
24.05.2019
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Wer bekommt die meisten EU-Agrarsubventionen? Am 23. Mai hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die Empfänger aller Agrarzahlungen im Haushaltsjahr 2018 veröffentlicht. Landwirte befinden sich nicht unter den Top-Empfängern.

Die BLE hatte gestern die Empfänger aller Agrarzahlungen in 2018 veröffentlicht. Unter den 20 größten 20 Nutznießern sind keine Landwirte oder Landwirtschaftsbetriebe. Doch gerade diese sind besonders auf das Geld aus Brüssel angewiesen.

Die umfangreichsten Zahlungen erhalten wie in den Vorjahren öffentliche Behörden wie etwa Landesämter, Ministerien und Landesbetriebe. Weitere große Begünstigte sind Talsperrenbetriebe, Stadtverwaltungen und auch ein Molkereiunternehmen aus Hamburg.

Die größten agrarwirtschaftlichen Zahlungsempfänger sind wie in den Vorjahren eine ganze Reihe von gartenbaulichen Erzeugerorganisationen. Erst weit abgeschlagen folgen dann einige große Landwirtschaftsbetriebe. 

Auswertung ist schwierig

Mann mit Geldscheinen vor Rapsfeld

Die Transparenz-Initiative der EU verpflichtet die Mitgliedstaaten, die Empfänger von Agrarhilfen des Vorjahres zu veröffentlichen. In Deutschland ist das Aufgabe der BLE. Eine detaillierter Überblick ist jedoch nur schwer möglich: Weder lässt sich eine vollständige Liste der Empfänger erstellen, noch sind Suchergebnisse mit mehr als 1.500 Treffern möglich.

Deshalb haben wir für die Leser von agrarheute eine Liste der 15 größten Empfänger von Zahlungen zusammengestellt. Berücksichtigt sind dabei die Zahlungen aus beiden EU-Agrarfonds: (1) dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL), auch als 1. Säule der GAP bezeichnet, und (2) dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), auch  2. Säule der GAP genannt.

Die 1. Säule umfasst alle Direktzahlungen für die landwirtschaftlichen Betriebe und die Regelungen zu den Agrarmärkten. Die 2. Säule fördert die Entwicklung des ländlichen Raums. ELER-Mittel  fließen allerdings nur, wenn sie mit weiteren nationalen Mitteln von Bund, Ländern und Kommunen kofinanziert werden.

Die Top-15-Empfänger von 2018

Von den im Jahr 2018 insgesamt ausgezahlten Agrarbeihilfen erhielten 157 Begünstigte mehr als 1 Million Euro. Zuwendungen über 2 Millionen Euro bekamen 31 Empfänger und Zahlungen von mehr als 3 Millionen Euro gingen an 17 Begünstigte.

Das Ranking der größten 15 Empfänger sieht folgendermaßen aus:

  • Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern: 10,4 Millionen Euro
  • Landesbetrieb für Küstenschutz, Husum, Küsten- und Hochwasserschutz: 5,92 Millionen Euro
  • Landgard Obst + Gemüse GmbH, Straelen: 5,85 Millionen Euro
  • Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt, Blankenburg (Harz): 5,78 Millionen Euro
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN): 5,7 Millionen Euro
  • Landesbetrieb für Hochwasserschutz, Magdeburg: 5,64 Millionen Euro
  • Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft: 4,4 Millionen Euro
  • Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg: 4,07 Millionen Euro
  • Landesamt für Umwelt, Potsdam, Hochwasserschutz: 3,99 Millionen Euro
  • Stadt Celle, Küsten und Hochwasserschutz: 3,95 Millionen Euro
  • Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Malchin: 3,93 Millionen Euro
  • Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen (DHSV Dithmarschen): 3,66 Millionen Euro
  • Erzeugerorganisation Spargel & Beerenfrüchte GmbH (EO), Lehnin: 3,36 Millionen Euro
  • Elbe-Obst Erzeugerorganisation r.V.: 3,24 Millionen Euro
  • Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse Mecklenburger Ernte eG, Schwerin: 3,13 Millionen Euro
  • ELO Erzeugergroßmarkt Langförden-Oldenburg eG, Vechta, 3,08 Millionen Euro

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