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Produktion und Förderung

Agrartransporte: Lkw bald wichtiger als Traktoren?

von , am
07.04.2014

Lehrte - Ob Futter, Gülle oder Erde - Lohnunternehmer bewegen gigantische Mengen. Lastkraftwagen werden laut einer Online-Umfrage für Lohnunternehmer immer wichtiger.

Laut Umfrage werden beim Gülletransport künftig Tankauflieger die Nase vorn haben. © AT
Der Traktor ist das Schlüsselfahrzeug in deutschen Lohnunternehmen. Jedoch können Silage- oder Gülletransport über Dutzende von Kilometern mit dem Traktorgespann ziemlich teuer werden. Stichworte sind Kraftstoffverbrauch und Reifenverschleiß, aber ebenso die Geräuschkulisse. Für die Lohnunternehmen in Deutschland wird der Lastkraftwagen ein immer wichtigeres Betriebsmittel.
 
Das hat eine vom Beckmann Verlag Lohnunternehmer im Februar durchgeführte Befragung von 100 landwirtschaftlichen Dienstleistern ergeben, deren Ergebnisse durch eine kurze Online-Befragung im Internet bestätigt wurden. Laut Umfrage rollen bereits in 42 Prozent (%) der Betriebe Laster.

Vorrang bei Gülletransport

Die Grafik ueigt die Ergebnisse des LU-Trendreports für die Art der Transporte in Prozent unter 42 Befragten. © lu.web
Den Angaben zufolge, gaben Dreiviertel der telefonisch befragten Lohnunternehmer an, dass sie mit dem Lkw zukünftig noch stärker arbeiten würden. Zwei rechnen mit konstantem Verhältnis und sieben schätzen, eher mehr Traktorgespanne im Transport einzusetzen.
 
Noch deutlicher wird die Aussage, wenn die Frage speziell auf Gülle beziehungsweise Biogasgärreste bezogen wird: 90 % der befragten Unternehmer mit Lkw gehen davon aus, dass diese mit entsprechendem Tankauflieger bei Gülletransporten künftig Vorrang haben werden und Traktorgespanne als Zubringer an Bedeutung verlieren.
 
Der Großteil der Betriebe (76 %) investiere in einen Standard- Lkw mit Sattelauflieger. Lediglich jeder Fünfte schaffe sich ein Fahrzeug mit Wechselaufbauten an. Noch relativ wenig bedeutsam sind die so genannten Agrar-Lkw. Das dürfte jedoch vor allem daran liegen, dass entsprechende Ausrüstungsoptionen noch nicht allzu lange verfügbar sind, vermuten die Autoren.

Gespanne für unterschiedliche Dienstleistungen

Der Transport von klassischen Agrarprodukten mache den Großteil der Auslastung aus, so der Verlag unter Berufung auf die Umfrageergebnisse. Aber immerhin in jedem dritten Betrieb komme der Lastkraftwagen auch für Erd- und Techniktransporte zum Einsatz. Bei gut der Hälfte der Lohnunternehmer habe der Lkw schon bei einer Transportentfernung von vier bis neun Kilometern einen Kostenvorteil gegenüber dem Traktor.
 
Im Schnitt arbeiteten die Befragten mit sechs Lastkraftwagen. Das Spektrum reiche allerdings von einem bis zu 30 Fahrzeugen. Ähnlich gefächert sei die Nutzungsdauer der Lkw in den Betrieben. Sie reicht den Angaben zufolge von vier bis 20 Jahren, wobei sich das Gros zwischen sechs und zehn Jahren bewege.

Transportmenge: Tendenz steigend

Wie weiter aus der Umfrage hervorgeht, sei jedes zweite Fahrzeug gebraucht gekauft worden. Bei der Frage, welches Fahrzeug zum Transport von Gülle beziehungsweise Biogasgärresten vorrangig genutzt wird, lag nach Angaben des Verlages der Lkw klar vorn.
 
Tendenziell werde das Traktorgespann als Zubringer sogar noch weiter an Bedeutung verlieren, hätten neun von zehn Unternehmern im Rahmen der Befragung erklärt. Gute Aussichten verspreche auch der Blick in die Zukunft: Alle Betriebe hätten angegeben, dass die Transportmengen mindestens stabil bleiben dürften. Jeder zweite Lohnunternehmer gehe sogar von einem Anstieg der Volumina aus.  

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