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Bundesregierung antwortet

Agrarzahlungen sind mit verantwortlich für steigende Bodenpreise

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Anke Fritz, agrarheute
am
25.07.2016

Der Kaufpreis für Boden hat im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2007 deutschlandweit um 78 Prozent zugenommen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass zumindest ein Teil der Direktzahlungen Druck auf den Bodenmarkt ausübt.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland mit einer Betriebsgröße von mehr als fünf Hektar ist von insgesamt 302.236 Unternehmen im Jahr 2005 auf 260.400 im Jahr 2013 gesunken. Das geht aus Angaben der Agrarberichterstattung des Statistischen Bundesamtes in einer Antwort der Bundesregierung (18/9165) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Agrarstrukturwandel (18/8988) hervor. Darüber hinaus ergeben die Daten, dass sich der durchschnittliche Preis für landwirtschaftliche Grundstücke im nahezu selben Zeitraum deutschlandweit von durchschnittlich 8.692 Euro auf 18.214 Euro je Fläche im Jahr 2014 verteuert haben soll.

Kaufpreise für Boden sind extrem gestiegen

Der Kaufpreis für Boden hat im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2007 im Durchschnittswert für Deutschland um 78 Prozent zugenommen, für das frühere Bundesgebiet um 54 Prozent und für die ostdeutschen Bundesländer um 154 Prozent. Der Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Bodenmarkt“ kommt zu dem Ergebnis: „Diese Angaben zeigen bezüglich der landwirtschaftlich genutzten Flächen und der Zahlungsansprüche eine nicht zu vernachlässigende Konzentration auf einzelne Betriebe.“ „Es ist also davon auszugehen, dass zumindest ein Teil der Direktzahlungen zu einer tendenziellen Erhöhung der Pachtpreise und Druck auf den Bodenmarkt führt.“

Flächenförderung erhöht die Bodenpreise

"Die Bundesregierung schreibt in ihrer Antwort weiter: Diese Bestandsaufnahme macht deutlich, dass die flächengebundenen Agrarzahlungen nicht nur zu einer einseitigen Förderung der größten Betriebe beitragen und kleine und mittlere Betriebe benachteiligen. Sie zeigt auch, dass die Praxis der Flächenförderung zugunsten der größten Betriebe zu einer Erhöhung der Bodenpreise beiträgt und damit den Ausschluss kleiner und mittlerer Betriebe vom Bodenmarkt befördert."

Anmerkung der Redaktion: Bei der Erstellung des Artikels ist der Redakteurin ein Fehler unterlaufen. Dieser letzte Abschnitt stammt nicht aus der Antwort der Bundesregierung, sondern aus der Vorbemerkung der Fraktion Bündnis 90/die Grünen. Daher wurde auch die Überschrift des Artikels angepasst.

 

 

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