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Produktion und Förderung

Anbaudiversifizierung beim Greening: So geht's

© landpixel
von , am
23.06.2015

Wer Prämien erhalten will, für den ist das Greening dieses Jahr erstmals verpflichtend. Dabei muss auf die Anbaudiversifierung geachtet werden. Ein Praxisbeispiel.

Silomais
Wer im Referenzzeitraum eine Fläche - beispielsweise mit Silomais - neu bestellt, muss auf die Anbaudiversifizierung achten. © Kurt Bouda/aboutpixel.de

Dieses Jahr ist das Greening erstmals für den überwiegenden Teil der Landwirte verpflichtend. Davon ausgenommen sind ökologisch wirtschaftende Betriebe, Betriebe mit einer Ackerfläche unter zehn Hektar (ha) und Betriebe mit einer Ackerfläche unter 30 ha, bei denen der Grünlandanteil an der gesamten bewirtschafteten Fläche mindestens 75 Prozent beträgt.

Auch interessant: Greening: Kommission weiter für Verbot von PSM auf Vorrangflächen

Aus diesen Komponenten besteht das Greening

Das Greening besteht aus drei verschiedenen Komponenten:

Die Bedingungen aller dieser Komponenten müssen erfüllt werden, um den vollständigen Erhalt der Prämie sicherzustellen.

Besonders die Anbaudiversifizierung birgt eine Reihe von Herausforderungen, die eine gute Planung und gewissenhafte Umsetzung erfordern. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat ein Praxisbeispiel zusammengestellt.

Greening: Für diese Betriebe ist die Anbaudiversifizierung Pflicht

Die Anbaudiversifizierung muss verpflichtend von allen Betrieben ab einer Ackerfläche von 10 ha eingehalten werden.

 

Ackerfläche 10 bis 30 ha

Beträgt die Ackerfläche zwischen 10 und 30 ha, so müssen im Referenzzeitraum vom 1. Juni bis 15. Juli mindestens zwei verschiedene Früchte angebaut werden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Hauptfrucht maximal 75 % der Anbaufläche beansprucht.

 

Ackerfläche größer 30 ha

Bei Betrieben mit einer Flächenausstattung von mehr als 30 ha Ackerland sind zur Erfüllung des Kriteriums Anbaudiversifizierung drei verschiedene Kulturen von Nöten. Außerdem ist auch hier darauf zu achten, dass die Hauptfrucht nicht mehr als 75 % der Ackerfläche ausmacht. Insgesamt darf diese zusammen mit der Frucht, die in Bezug auf die Anbaufläche an zweiter Stelle steht, 95 % der Ackerfläche nicht überschreiten.

Antragssteller mit Zweitfruchtanbau sollten unbedingt ihr derzeitiges Anbauverhältnis auf die GAP-Antragsbedingungen hin überprüfen.

Greening: Das Praxisbeispiel

Betrieb Mustermann stellt am 15. Mai 2015 seinen GAP-Flächenantrag mit folgendem Anbauumfang:

  • 30 ha Silomais (60 %)
  • 10 ha Ackerfuttergras (20 %)
  • 10 ha Wintertriticale (20 %)

Die Diversifizierungsvoraussetzungen sind bei diesem Anbauverhältnis erfüllt.

 

Nach Aberntung des Ackerfuttergrases werden 8 ha der Anbaufläche umgebrochen und mit Silomais bestellt. Das Anbauverhältnis stellt sich anschließend folgendermaßen dar:

  • 38 ha Silomais (76 %)
  • 2 ha Ackerfuttergras (4 %)
  • 10 ha Wintertriticale (20 %)

Mit 76 % Silomais verstößt Mustermann gegen die GAP-Richtlinie. Die maximal mögliche Anbaufläche für Silomais beträgt 37,45 ha.

 

Das Beispiel zeigt, dass für die Einhaltung der Kriterien der Anbaudiversifizierung das Anbauverhältnis im Referenzzeitraum (1. Juni bis 15. Juli) entscheidend ist. Das Anbauverhältnis zum Zeitpunkt der Antragsstellung spielt hingegen für die Anbaudiversifizierung keine Rolle, wenn es sich von demjenigen im Referenzzeitraum unterscheidet.

Wenn Sie wissen wollen, wie hoch die Betriebsprämie ausfällt, helfen so genannte Greening-Rechner.

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