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Produktion und Förderung

Antibiotika-Bericht 2012: 87 Tonnen weniger eingesetzt

© Mühlhausen/landpixel
von , am
02.08.2014

Berlin - 1.619 t Antibiotika haben Tierärzte im Jahr 2012 erhalten. Das sind 87 t weniger als 2011. So geht es aus der amtlichen Erhebung hervor. Eine Zunahme ist bei den Reserveantibiotika zu sehen.

Rund 1.619 Tonnen Antibiotika wurden 2012 an Tierärzte in Deutschland abgegeben. © Michael Tieck/fotolia.de
Die jüngsten Daten aus der zweiten amtlichen Datenerhebung zur Antibiotikaabgabe in der Tiermedizinvon 2012 zeigen, dass die Gesamtmenge gesunken ist. Die Abgabe der kritischen Antibiotika liegt dabei weiter auf einem geringen Niveau, doch sie ist gestiegen. Es wurden mehr Antibiotika der jüngeren Generationen, eben die, die in der Humanmedizin eingesetzt werden, abgegeben. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden die meisten Antibiotika verbraucht.

Rund 1.619 Tonnen Antibiotika

Insgesamt sind im Jahr 2012 rund 1.619 Tonnen (t) Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben worden. Dieses bedeutet ein Minus gegenüber der Vorjahresgesamtmenge von zirka 87 t. Das ergab die Auswertung der im Jahr 2012 zum zweiten Mal erhobenen Abgabemengendaten für Antibiotika durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
 
Die als sogenannte Reserveantibiotika in der Humanmedizin wichtigen Wirkstoffe wie Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation werden zwar weiter in geringeren Mengen abgegeben, allerdings stieg die Abgabemenge von Fluorchinolonen gegenüber dem Vorjahr um zwei Tonnen an.
 
Die Verwendung der Fluorchinolone wird in der Tiermedizin kritisch gesehen. Fluorchinolone gelten als Reserve-Antibiotika und werden bei Menschen für schwere Krankheitsfälle verwendet, wenn normale Antibiotika nicht mehr anschlagen. Ein starker Einsatz von Medikamenten in Ställen wird seit langem kritisiert.

Fokus der Tierärzte weiter auf Penicillinen

Der Fokus der Antibiotikaabgabe in der Veterinärmedizin betrifft weiterhin eindeutig ältere Wirkstoffe wie Penicilline und Tetrazykline. Die Hauptabgabemengen bilden wiederum Tetrazykline mit etwa 566 t und Penicilline mit etwa 501 t, gefolgt von Sulfonamiden mit 162 t, Makroliden mit 145 t und Polypeptidantibiotika mit 124 t.
 
Des Weiteren wurden rund 10,4 t Fluorchinolone und rund 3,8 t Cephalosporine der 3. und 4. Generation abgegeben.
 
Von den abgegebenen 1.619 t Wirkstoffen entfallen 1.611 t auf Präparate, die für mindestens eine Tierart zugelassen sind, die Lebensmittel liefert. Nur acht Tonnen entfallen auf Präparate, die ausschließlich für nicht Lebensmittel liefernde Tiere (also Sport- und Freizeittiere) zugelassen sind.

Spitzenreiter sind Niedersachsen und NRW

Bei der regionalen Zuordnung der Abgabemengen sind keine nennenswerten Veränderungen zwischen 2011 und 2012 zu verzeichnen. Hohe Mengen fließen nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (NRW). Wobei davon das westliche Niedersachsen im Schnitt mit 50 bis 100 t an Antibiotika auskommt. 100 bis 500 t Antibiotika werden im südwestlichen NRW verbraucht. Spitzenreiter mit 500 bis 800 t ist das nordwestliche NRW.
 
Seit dem Jahr 2011 muss die Industrie erfassen, welche Mengen an Tierarzneimitteln, insbesondere Antibiotika, sie jährlich an Tierärzte abgibt, und diese Daten an ein zentrales Register melden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin werte die Daten aus und legt sie dem Bundestag zur Information vor.  

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