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Produktion und Förderung

Antibiotika-Monitoring: So berechnen Sie ihre Kennzahl

von , am
05.10.2015

Seit letzter Woche liegen die bundesweiten Zahlen zum Antibiotikaeinsatz vor. Jetzt müssen Tierhalter ihre betriebliche Kennzahl damit vergleichen, um festzustellen, wo sie stehen. So berechnen sie ihre Betriebskennzahl.

Tierhalter sind verpflichtet den Antibiotikaeinsatz in der Datenbank zu melden. © Vet-foto/landpixel.de
Seit der 16. Novelle im Arzneimittelgesetz müssen Tierhalter ab einer bestimmten Bestandsgröße zweimal im Jahr die Antibiotikaanwendungen in die staatliche HIT-Datenbank übermitteln. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die bundesweiten Kennzahlen veröffentlicht, sind Tierhalter verpflichtet, ihre betriebliche Kennzahl mit den bundesweiten Kennzahlen zu vergleichen:

 
Schweine: Kennzahl 1
  • Ferkel bis 30 kg:  5,930
  • Mastschweine über 30 kg: 0,757
Schweine: Kennzahl 2:
  • Ferkel bis 30 kg: 20,611
  • Mastschweine über 30 kg: 6,474
Rinder: Kennzahl 1
  • Mastkälber: 0,000
  • Mastrinder älter als 8 Monate: 0,000
Rinder: Kennzahl 2
  • Mastkälber: 0,000
  • Mastrinder älter als 8 Monate: 2,676

So berechnen Sie die Betriebskennzahl

Anzahl behandelter Tiere
x Anzahl Behandlungstage
/ die Gesamtzahl der Tiere im Halbjahr
 
Das Ergebnis müssen die Tierhalter  mit den bundesweiten Kennzahlen abgleichen.
  • Liegt der individuelle Wert über der Kennzahl 1 (der bundesweiten Kennzahl), sollten Landwirte und Tierärzte gemeinsam die Ursachen dafür ermitteln und den Antibiotikaeinsatz nach Möglichkeit reduzieren.
  • Im Fall einer betrieblichen Kennzahl höher als Kennzahl 2 (der bundesweiten Kennzahl), müssen die Tierhalter einen schriftlichen Maßnahmenplan zur Senkung der Therapiehäufigkeit an die Überwachungsbehörde vorlegen.

Checkliste: Prüfen der Daten

Checklisten zum Prüfen der HIT © isn
Wie der Interessensverband ISN mitteilt, sorgen Meldungen vom Monitoring nach wie vor für viel Unmut unter den Tierhaltern. Grund dafür sei eine Vielzahl an Stolpersteinen, wie beispielsweise
  • fehlende Tierhaltererklärungen,
  • falsch gesetzte Häkchen oder
  • Fehler bei der Datenübermittlung.
Fehler könnten dazu führen, dass die Kennzahlen überschritten werden, Maßnahmenpläne erstellt werden müssen oder dass zusätzliche Kontrollen stattfinden. All das führe zu Mehraufwand und -kosten. Deshalb empfiehlt die ISN allen Schweinehaltern die Daten nochmals selbst zu kontrollieren. Dafür hat die ISN eine Checkliste erstellt.
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