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Produktion und Förderung

Durch Arbeitsteilung entstehen überregionale Nährstoffkreisläufe

© landpixel
von , am
08.05.2014

Landvolkpräsident Werner Hilse wirbt für größere Wirtschaftskreisläufe. Die Agrarwirtschaft ist zunehmend arbeitsteilig organisiert. Dadurch könnten Nährstoffkreisläufe nicht mehr punktuell betrachtet werden.

Die Gülle kommt oft nicht mehr vom eigenen Hof. © Mühlhausen/landpixel
Der Landvolkpräsident Werner Hilse warb vor Journalisten in Hannover um Verständnis für größere Wirtschaftskreisläufe, deren Dreh- und Angelpunkt nicht mehr der einzelne Hof sein könne. Hilse sieht hier Analogien zu anderen Wirtschaftszweigen. Eine arbeitsteilige bäuerliche Landwirtschaft eröffne den Höfen die Chance, die Betriebsabläufe mit den heutigen Ansprüchen an einen modernen Arbeitsplatz zu vereinbaren und damit in erster Linie jungen Menschen Perspektiven in der Landwirtschaft zu bieten.
 

Regionen haben Wirtschaftsschwerpunkte

Ganz konkret bezieht sich der Landvolkpräsident auf die Kritik an den Schwerpunkten der Veredelung in Westniedersachsen. Die Tierhaltung in diesen Regionen sei eng verknüpft mit den Ackerbauregionen in anderen Landesteilen. "Ein Schweinehalter aus dem Raum Cloppenburg oder Meppen bezieht sein Futter aus der Hildesheimer oder Braunschweiger Börde. Im Gegenzug liefert er Wirtschaftsdünger zurück an den Ackerbauern", schildert Hilse. Unter Wirtschaftsdünger verstehe die Landwirtschaft Nährstoffe, die bei der Tierhaltung oder als Reststoff in Biogasanlagen anfallen. Dieser überregionale Kreislauf funktioniere nach demselben Mechanismus wie der früher übliche Nährstoffkreislauf auf ein und demselben Hof, er habe lediglich größere Radien.

Mehr Lagerstätten für Gülle gefordert

Begleitet werden müsse, so Hilse, die Kreislaufwirtschaft über Kreisgrenzen hinweg durch zusätzliche Investitionen in den Bau von Lagerstätten in den Ackerbauregionen, um die Gülle angepasst an den Bedarf der Pflanzen ausbringen zu können. Erforderlich seien zudem moderne Geräte für die Ausbringungstechnik sowie flankierende Maßnahmen der Ackerbauern wie Zwischenfruchtanbau über Winter, ein funktionierender Erosionsschutz oder die Beachtung von Gewässerrandstreifen, nennt Hilse weitere Bausteine eines umweltgerechten Wirtschaftsdüngereinsatzes.
 
Ganz konkret erwarten die Landwirte nach Angaben des Landvolkes ein "positives Klima", wenn es darum geht, zusätzlichen Lagerraum für Gülle und Gärreste zu schaffen. Neben Erleichterungen für Baugenehmigungen in Ackerbauregionen könnten über die einzelbetriebliche Förderung hier zusätzliche Anreize für dringend benötigte Behälter geschaffen werden. Dies trifft auch für die Ausbringungstechnik zu. Hier müssen Geräte mit geringen Emissionsverlusten, die damit auch Geruchsemmissionen minimieren, eine stärkere Verbreitung finden.

JGS-Anlagen: Bundesrat spricht sich für einheitliche Regelung aus

Aller Voraussicht nach werden die Anforderungen an den Bau und die Unterhaltung von Jauche-, Gülle- und Sickersaftbehältern (JGS-Anlagen) künftig bundeseinheitlich geregelt. Mit überraschend klarer Mehrheit hat sich der Agrarausschuss des Bundesrates in dieser Woche für eine entsprechende Ergänzung der von der Bundesregierung vorgelegten Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) ausgesprochen, berichtet der Interessensverband der deutschen Schweinehalter. Sollten die Empfehlungen des Ausschusses Eingang in die Verordnung finden, müssen neue Güllebehälter mit einem Gesamtvolumen von mehr als 25 Kubikmetern künftig generell mit einem Leckageerkennungssystem ausgerüstet sein.

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