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Produktion und Förderung

Australiens Landwirte in Not

von , am
30.04.2013

Hohe Verschuldung, steigende Kosten und eine starke Währung bringen australische Landwirte in derzeit in große Schwierigkeiten. Die Regierung schnürt jetzt ein Hilfspaket.

Wärend die Zahl der besonders heißen Tage in Europa weiter zunehmen wird, sinken die Tage mit Frost. © Mühlhausen/landpixel
Australiens Regierung kündigt ein Hilfspaket für seine zum Teil hoch verschuldeten Landwirte an. In den nächsten zwei Jahren sollen die Farmer Finanzhilfe für Investitionen und den Abbau ihrer Verbindlichkeiten erhalten.
 
"Steigende Kosten und ein starker Dollar setzen die Bauern stark unter Druck, wodurch selbst 'lebensfähige' Farmen ernsthafte Schwierigkeiten haben, den Betrieb aufrechtzuerhalten", begründeten Finanzminister Wayne Swan und Landwirtschaftsminister Joe Ludwig am Samstag die Maßnahmen.

Bis zu 500.000 Euro Hilfskredit je Betrieb

Die Regierung will Reuters zufolge 60 Millionen Australische Dollar (47,4 Millionen euro) staatlichen Einrichtungen zur Verfügung stellen, die vergünstigte Kredite in einer Höhe von bis zu 650.000 Australischen Dollar (513.428 Euro) für "lebensfähige", aber wirtschaftlich angeschlagene landwirtschaftliche Unternehmen anbieten sollen.
 
Zusätzlich möchte die Regierung die Zahl der Finanzberater in der Branche von derzeit 110 auf 126 erhöhen.

Jahre der Dürre und mangelnde Unterstützung bei Investitionen haben dem Sektor schwer zugesetzt und mit Schulden belastet. Kleinbauern waren in Scharen gezwungen, die Bewirtschaftung aufzugeben, weil steigende Kosten und die starke Währung ihre Margen drückte.

Rettungsanker Asien

Die in Asien boomende Nachfrage nach Lebensmittel könnte für viele australische Landwirte zum Hilfsanker werden. Die Situation in Asien veranlasste auch zahlreiche der weltweit größten Rohstoff-Händler, in Australiens Agrarsektor einzusteigen, in der Hoffnung, dass sich der Handel weiterbelebt.

70 Prozent der Agrrohstoffe und Lebensmittel in den Export

Bereits jetzt exportiert Australien rund 70 Prozent seiner produzierten Lebensmittel beziehungsweise Agrar-Rohstoffe. Das Land zählt zum größten Exporteur von Weizen, Rindfleisch, Zucker und Baumwolle.
 
Analysten schätzen, dass die jährlichen Exporterlöse in den nächsten Jahrzehnten auf 1.700 Milliarden Australische Dollar (1.340 Milliarden Euro) ansteigen könnten. Vergangenen Freitag akzeptierte Australiens GrainCorp Ltd ein Angebot des US-Getreide Riesen "Archer Daniels Midland" (ADM) in der Höhe von 3,4 Milliarden Australischen Dollar (2,69 Milliarden Euro). Mit dem Abschluss würde das letzte für die Landwirtschaft bedeutende Unternehmen in ausländische Hände gegeben werden.
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