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Direktvermarktung

Bargeldgeschäfte: Das müssen Sie ab 2017 beachten

Einkauf in einem Hofladen.
Ernst Gossert Steuerberater Ecovis / dlz agrarmagazin
am
13.01.2017

Wer bei der Direktvermarktung elektronische Registrierkassen einsetzt, muss ab 2017 die neuen Auflagen erfüllen. Wer nur geringe Bareinnahmen hat, kann weiter mit offener Ladenkasse arbeiten. Das ist zu beachten.

Alle Steuerpflichtigen mit Bargeldgeschäften mussten sich bis zum 31. Dezember 2016 Gedanken machen, wie sie zukünftig ihre Betriebseinnahmen erfassen. Mit einer neuen Kassenrichtlinie will der Fiskus ab 2017 Missbräuche bei Bargeldeinnahmen verhindern.

Registrierkassen und PC-Lösungen müssen mit einem Fiskalspeicher erweitert werden, der absolut sicherstellen soll, dass jede Tastenbewegung registriert und keinerlei Möglichkeit der Manipulation besteht. Davon sind auch Direktvermarkter betroffen.

Das dlz agrarmagazin hat in seiner Ausgabe November 2016 erklärt, was zu beachten ist.

Variante 1: Wieder Quittungen schreiben

  • Wer nur vereinzelt Bareinnahmen hat, kann seine steuerlichen Aufzeichnungspflichten dadurch erfüllen, dass jede einzelne Einnahme quittiert wird.
  • Erst wenn diese Einzelerfassung nicht mehr zumutbar ist, stellt sich die Frage nach einer Kassenbuchführung.
  • In Deutschland besteht weiterhin nicht die Pflicht, eine elektronische Registrierkasse zu führen. Jedem Betriebsinhaber steht es somit frei, seine Bareinnahmen mit einem elektronischen System zu erfassen oder lediglich durch eine offene Ladenkasse.
  • Von offener Ladenkasse spricht man dann, wenn Bargeld zum Beispiel in einer Kassenschublade im Hofladen, einer Geldbörse auf dem Marktstand oder einer Dose auf dem Blumenfeld verwahrt werden.

Variante 2: Täglich Kassenbericht schreiben

  • Bei offener Ladenkasse muss an jedem Öffnungstag abends die Kasse ausgezählt und dazu ein täglicher Kassenbericht schriftlich verfasst werden.
  • Den schriftlichen Kassenbericht sollten sie idealerweise mit einem Zählprotokoll versehen.
  • Denken Sie auch daran, für eingelegte und entnommene Gelder sowie für Betriebsausgaben dem Kassenbericht Belege beizufügen.
  • Wer noch den Transit von Geldern zwischen verschiedenen Kassen bis hin zur Bankeinzahlung und die unbaren Zahlungen mittels EC- oder Kreditkarte getrennt erfasst, wird den Anforderungen der Finanzverwaltung vollumfänglich gerecht.
  • Wer sich den Anforderungen der digitalen Erfassung entziehen möchte, für den kann die offene Ladenkasse eine Option sein. Die Anforderungen an Registrierkassen und vergleichbare Lösungen werden immer präziser und höher.

Variante 3: Registrierkasse updaten

  • Die Kassenrichtlinie II von 2010 hat angeordnet, dass alle eingesetzten Registrierkassen intern alle Geschäftsvorfälle unveränderlich erfassen und sämtliche Stornierungen und Änderungen nachvollzogen werden können. Eine Übergangsregelung gilt bis Ende 2016.
  • Registrierkassen, die die Kassenrichtlinie II von 2010 nicht erfüllen, müssen ab kommendem Jahr ausgetauscht werden.
  • Sollten entsprechende Updates, die die Anforderungen erfüllen, nicht vorhanden oder nicht ausreichend sein, sind Neuinvestitionen erforderlich.
  • Die Preise beginnen ab mehreren Hundert Euro und nach oben sind keine Grenzen gesetzt.
  • Ab 2020 fordert der Gesetzgeber die "Registrierkasse 3.0", die über einen sogenannten "Fiskalspeicher" verfügt, der über jeden Geschäftsvorfall hinaus letztlich jede Tastenbewegung unveränderbar erfasst. Auch hier gibt es eine Übergangsregelung bis 2023.
     

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