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Produktion und Förderung

BaWü: Hektar kostet 21.600 Euro

© landpixel
von , am
03.06.2014

Stuttgart - Der Kaufpreis für Agrarflächen ist vergangenens Jahr in Baden-Württemberg um sieben Prozent gestiegen. Im Schnitt kostet der Hektar im Südwesten 21.600 Euro.

Grünland sollte in der letzten Oktoberdekade zum letzten Mal geschnitten werden. © Mühlhausen/landpixel
Für landwirtschaftliche Grundstücke ohne Gebäude und Inventar sind in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr im Schnitt 21.600 Euro pro Hektar gezahlt worden.  Gegenüber 2012 ist das eine Verteuerung um 1.450 Euro oder 7,3 Prozent %.
 
Bereits von 2007 bis 2011 war der Kaufpreis für Agrarflächen in Baden-Württemberg gestiegen. Lediglich im Jahr 2012 verzeichnete das Statistische Landesamt einen leichten Preisrückgang.

Preisskala zwischen 10.400 und 30.000 Euro je Hektar

Das Landesamt hat eigenen Angaben zufolge 2013 die Preise von 5.810 Käufen von Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) ermittelt. Dabei hätten insgesamt 4.536 Hektar (ha) FdlN die Besitzer gewechselt, im Mittel 0,78 ha je Verkaufsfall. Vor allem in den Stadt- und Landkreisen der Verdichtungsräume, häufig Gebiete mit besseren natürlichen Ertragsbedingungen, seien die höchsten Preise erzielt worden, führten die Statistiker aus.
 
Unter den Landkreisen führten Ludwigsburg, Alb-Donau, Böblingen, Rems-Murr und Esslingen mit mittleren Hektarpreisen zwischen etwa 30.000 Euro und 37.800 Euro die Preisskala an.
 
Am unteren Ende hätten wieder die eher ländlichen Gebiete mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten gelegen, so die Landkreise Freudenstadt, Tuttlingen, Rottweil, Neckar-Odenwald und Waldshut mit Preisen von 10.400 Euro/ha bis 12.550 Euro/ha.
 
Die Statistiker weisen allerdings darauf hin, dass Vergleiche bei der Kaufwertstatistik, ob regional oder in der Zeitschiene, nur eingeschränkt möglich seien. Denn es gingen Jahr für Jahr andere, spezifisch geartete Einzelfälle in die Auswertungen ein.

Kleine Flächen sind teurer

Neben der regionalen Lage werden die Kaufpreise nach Darstellung des Stuttgarter Statistikamtes wesentlich von der Bodenqualität bestimmt. Für geringwertigere Böden mit Ertragsmesszahlen (EMZ) zwischen 20 und 30 wurden nach Angaben der Behörde 2013 im Schnitt 11.900 Euro/ha entrichtet, für Böden mit einer EMZ zwischen 40 und 50 dagegen 21.450 Euro/ha. Die im vergangenen Jahr veräußerten Grundstücke mit einer EMZ von mehr als 70 kosteten im Mittel 31.100 Euro/ha.
 
Die Parzellengröße habe ebenfalls Einfluss auf die Kaufwerte, stellten die Statistiker außerdem fest. Flächen bis 25 Ar hätten durchschnittlich 27.150 Euro/ha erlöst. Für deren Kauf müssten aber insgesamt weniger Geldmittel aufgewandt werden, was eine Finanzierung ohne Fremdkapital begünstige. Oftmals würden mit dem Kauf kleinere Grundstücke miteinander verbunden, um die dann größeren zusammenhängenden Einheiten arbeitswirtschaftlich besser nutzen zu können.
 
Bei größeren Parzellen verlören diese Sondereffekte an Bedeutung; die durchschnittlichen Kaufwerte hätten sich hier auf einem Niveau zwischen 19.900 Euro/ha und 21.700 Euro/ha eingependelt. 

Vor allem Haupterwerbsbetriebe kaufen Land

Wie das Statistikamt weiter mitteilte, sind für Grundstücke ab einem Hektar auch Aussagen zu weiteren, den Kaufpreis bestimmenden Faktoren möglich. So seien für Ackerland mit 25.450 Euro/ha im Landesdurchschnitt merklich höhere Kaufpreise entrichtet worden als für Grünland mit 16.650 Euro/ha.
 
Des Weiteren zeige sich eine deutliche Differenzierung nach den jeweiligen Erwerbern der Grundstücke, erklärten die Statistiker. So würden vor allem Haupterwerbslandwirte (533 Kauffälle mit zusammen fast 1.600 ha FdlN) als Käufer auftreten. Erwerbe durch Nebenerwerbslandwirte (153 Kauffälle und 330 ha FdlN) sowie Nichtlandwirte (61 Kauffälle und 135 ha FdlN) seien eher die Ausnahme. Bei 407 Eigentumsübertragungen von Grundstücken ab einem Hektar sei der Erwerberstatus nicht bekannt.

Nichtlandwirte zahlen mehr

Nichtlandwirtschaftliche Käufer bezahlten der Behörde zufolge im Mittel wesentlich höhere Grundstückspreise als Haupt- und Nebenerwerbslandwirte: Die Preisspanne habe 2013 bei einem Hektar Ackerland von rund 23.800 Euro beim Kauf durch Nebenerwerbslandwirte über 24.750 Euro bei Haupterwerbslandwirten bis 34.700 Euro bei Nichtlandwirten gereicht.
 
Die von Nichtlandwirten bezahlten, relativ hohen Preise hingen möglicherweise damit zusammen, dass hier längerfristig doch mit Umwandlungen der landwirtschaftlichen Flächen in andere Nutzungsarten gerechnet werde, so das Statistikamt.
 
Für Grünland hätten Nebenerwerbslandwirte im Jahr 2013 im Schnitt 14.900 Euro/ha gezahlt, Haupterwerbslandwirte 16.900 Euro/ha und Nichtlandwirte 17.550 Euro/ha.
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