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Risikomanagement

Bayern plant mehr Zuschüsse für Ernteversicherung

Auch Grünland sollen Bayerns Landwirte bald gegen Trockenheit versichern können. Und ein Beitragszuschuss ist ebenfalls geplant.
am Montag, 17.10.2022 - 12:56 (Jetzt kommentieren)

Landwirte im Freistaat sollen bereits Anfang 2023 Anträge stellen können. Viele Details der bezuschussten Mehrgefahrenversicherung sind aber noch offen.

Auch nach dem rekordverdächtigen Dürresommer 2022 bleibt der Bund nach wie vor stur, was zusätzliche Mittel für die Bezuschussung von Mehrgefahrenversicherungen angeht. Ein jüngster Vorstoß bei der Agrarministerkonferenz (AMK) im September endete im Nichts, das heißt es gab keinen Beschluss der Bundesländer. Wie Beteiligte berichten, waren der Bund und mehrere Länder dagegen, Zuschüsse aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) zu gewähren.

Nun will der Freistaat Bayern darum selbst initiativ werden. Im kommenden Jahr will Bayern die Zuschüsse auf Mehrgefahrenversicherungen erweitern. Bereits Anfang 2023 sollen interessierte Landwirte Anträge stellen können.

Bisher zahlte das Land nur Obst- und Weinbauern einen Beitragszuschuss, wenn sie eine Mehrgefahrenversicherung abschlossen. An der Ausgestaltung des künftigen Förderprogramms arbeitet man derzeit im Münchener Landwirtschaftsministerium aber noch. Zudem muss es mit Bayerns Finanzminister Albert Füracker abgestimmt werden. Doch erste Details sind inzwischen durchgesickert.

Was plant Bayern bei der Mehrgefahrenversicherung?

Drei Pakete sind in Bayern vorgesehen:

  • Ackerbau,
  • Grünland sowie
  • Wein-, Obstbau, Baumschulen und Hopfen.

Im Gegensatz zu bisher vielfach angebotenen Versicherungspolicen sollen Landwirte auch Grünland gegen Trockenheit/Dürre versichern können, heißt es. Daneben sollen beim Grünland die Risken Hagel sowie Fraßschäden durch Maikäferengerlinge versicherbar sein.

Das Paket „Ackerbau“ umfasst dagegen Hagel, Starkregen, Sturm, Starkfrost, Trockenheit/Dürre sowie Fraßschäden durch Gänse und Saatkrähen. Förderfähig ist jeweils nur das Gesamtpaket.

Im Paket „Wein- und Obstbau, Baumschulen und Hopfen“ sind Hagel, Starkregen, Sturm und Starkfrost versicherbar. Mindestens zwei Gefahren sollen hier Landwirte absichern müssen.

Ein Wahlrecht zwischen den Gefahren wird bei den Paketen „Ackerbau“ und „Grünland“ nicht bestehen, teilt das Ministerium mit. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Landwirte im Paket „Ackerbau“ einzelne Kulturen versichern können, zum Beispiel nur Raps oder Zuckerrüben. Nach Ministeriumsangaben muss nicht die gesamte Ackerfläche eines Betriebes versichert werden.

Selbstbehalt von 20 Prozent vorgesehen

Wie bereits im „Bayerischen Sonderprogramm für Versicherungsprämienzuschüsse Obst- und Weinbau“ (BayVOW) wird es weitere Fördervoraussetzungen geben, die zu erfüllen sind, zum Beispiel ein Mindest-Selbstbehalt von 20 % der Versicherungssumme. In diesem Programm gibt es bis zu 50 % Zuschuss zu den Nettobeiträgen.

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