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Produktion und Förderung

Betriebsmittel: Kosten auf Rekordniveau

© krick/agrar-press
von , am
11.06.2012

Die deutschen Landwirte müssen einen kräftigen Anstieg der Produktionskosten verkraften. In den letzten zweieinhalb Jahren stiegen diese um fast 20 Pozent.

Im April 2012 waren die Betriebsmittelpreise nicht nur 3,7 Prozent (%) höher als ein Jahr zuvor sondern sie erreichten auch einen neuen Rekordstand. In den letzten beiden Jahren stiegen die Produktionskosten um fast 20 %. Dies lassen zumindest die aktuellen Daten des statistischen Bundesamtes zur detaillierten Entwicklung der Betriebsmittelpreise nach Kostenarten erkennen.

Düngerpreise sehr stark gestiegen

Die größten Kostentreiber für die deutschen Landwirte waren Düngemittel, Einzelfuttermittel wie Getreide und Ölschrote und Saatgut. Dabei hatten sich Düngemittel bereits im letzten Jahr stetig verteuert. Im April 2012 kosten Mineraldünger in Deutschland 11,1 % mehr als im April 2011. Einen leichten Preisrückgang von minus 1,5 % verzeichnete man mit den fallenden Weltmarkpreisen von Januar 2012 bis April 2012. Seit dem letzten Tiefpunkt, nach der globalen Wirtschaftskrise (Januar 2010), verteuerte sich Mineraldünger in Deutschland um 28 %.

Ölschrote treiben Futterpreise

Entwicklung der Betriebsmittelpreise in der Landwirtschaft.
Einzelfuttermittel waren für die Tierhalter im April 2012 rund 19 % teurer als im April des letzten Jahres. Im Vergleich zur letzten Preisermittlung im Januar 2012 verteuerten sich Einzelfuttermittel sogar um fast 25 %. Dabei war zuvor im zweiten Halbjahr 2011 ein Rückgang der Getreide- und Schrotreise zu beobachten. Dieser ist jedoch mehr als kompensiert, denn Futtermittel kosteten im April 2012 mehr als im gesamten letzten Jahr und erreichten damit auch im langfristigen Vergleich eine neue Rekordmarke. Grund für den Preissprung ist vor allem die Verteuerung von Ölschroten um mehr als ein Drittel. Demgegenüber war Futtergetreide im April 2012 knapp drei Prozent teurer als im April 2011 jedoch fast 13 % teurer als zu Jahresbeginn 2012.

Mischfutter seit Jahresbeginn teurer

Im Unterschied zu den Einzelfuttermitteln war Mischfutter im April knapp ein Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Seit dem Jahresbeginn sind die Mischfutterpreise jedoch kräftig um mehr als sechs Prozent gestiegen. Grund für den Preisanstieg ist wiederum die Verteuerung der Ölschrote (Komponenten) um mehr als ein Drittel. Wegen des im Vergleich geringeren Anstieges der Mischfutterpreise haben sich Futtermittel insgesamt von April 2012 zu April 2011 nur um knapp drei Prozent verteuert. Seit dem Jahresbeginn 2012 sind die Futterpreise (Mischfutter und Einzelfutter) jedoch um fast zehn Prozent gestiegen.
 

Preissprung bei Saatgut

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Deutlich über dem Durchschnitt lag auch der Preisanstieg bei Saat- und Pflanzgut. Saatgut verteuerte sich im Vorjahresvergleich um fast elf Prozent und gegenüber dem Jahresanfang immerhin um fast vier Prozent. Hier dürfte auch die in diesem Jahr sehr starke Nachfrage nach Sommersaaten eine Rolle gespielt haben. Auch im langjährigen Vergleich gehört Saatgut jedoch zu den größten Preistreibern.
Seit Januar 2011 sind die Preise um 13 % gestiegen und seit Januar 2010 sogar um 33 %. Ebenfalls stärker als der Durchschnitt verteuerte sich im Jahresvergleich mit 4,2 % die Energie. Langfristig gesehen stiegen die Energiepreise für Landwirtschaft seit Januar 2011 um neun Prozent und seit Januar 2011 um 23 %.
 
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