Login
EEG

Biogas: Für welche Anlage rechnet sich das Ausschreibungsmodell?

BGA
Immo Cornelius
am
25.12.2017

Das Ausschreibungsmodell für Biogasanlagen hat dem Handelshaus Energy2market (e2m) Potential. Das sollten Anlagenbetreiber beachten.

Die Biomassebranche ist bisher der einzige Sektor, für den eine finanzielle Anschluss-Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vorgesehen ist. Im September fand nun die erste Ausschreibung auch für Bestandsanlagen statt.

Die Teilnahme und Bezuschlagung fiel verglichen mit Ausschreibungen für Wind und Solar recht bescheiden aus. Das Handelshaus Energy2market (e2m) sieht dennoch Potential in dem Modell.

Anlagen sollten rechtzeitig flexibilisieren

Eine der wesentlichen Voraussetzungen zur Teilnahme an Ausschreibungen ist eine rechtzeitige Flexibilisierung der Anlagen, da laut e2m ansonsten ein Totalausfall der Erlösmöglichkeiten mit dem Auslaufen der 20-jährigen EEG-Förderung droht.

"Die einstige Pionier-Branche Biogas scheint ihre Rolle bei der Energiewende zu verlieren. Gerade die Fähigkeit zur Flexibilisierung ist bestens geeignet, die Spitzen bei der Stromproduktion abzufangen", so Bodo Drescher, Gesellschafter der e2m.

Volatilerer Strommarkt erwartet

Mit der Stilllegung von Atom- und großer konventioneller Kraftwerke sei ein deutlich volatilerer Markt mit höheren Preisausschlägen zu erwarten, so Drescher weiter. Nur wer über entsprechende flexible Kapazitäten verfüge, werde erfolgreich die Spanne zwischen niedrig und hochentlohnten Stunden nutzen können.

Die nächste Biogas-Ausschreibung findet im Herbst 2018 statt. Die größeren Herausforderungen sieht e2m dabei im betriebswirtschaftlichen Bereich.

Ausgangslage muss geprüft werden

Das Handelshaus empfiehlt Anlagenbetreibern daher schon heute sehr genau ihre spätere Ausgangssituation zu analysieren. Mit Wärmekonzept könne auch eine Anlage mit 100 % Mais und Rüben gut in den Ausschreibungen funktionieren.

Ein wirtschaftlich guter Ausgangspunkt für die Teilnahme an den Ausschreibungen sei der Einsatz von mindestens 30% Gülle. Mehr Gülle und ein zusätzliches Wärmekonzpet sichere die Wirtschaftlichkeit auf alle Fälle, so e2m.

Ausschreibungsbetreuer stehen Kunden zur Seite

Die Komplexität der Biogas-Ausschreibungen darf e2m zufolge nicht unterschätzt werden, zumal das Zeitfenster sich nur einmal im Jahr öffnet. Bereits in der ersten Ausschreibungsrunde seien einige Bewerber an den Formalitäten gescheitert oder hätten die Teilnahmevoraussetzungen nicht erfüllt.

Ab dem 01.04.2018 wird e2m daher einen "Ausschreibungsbetreuer" bereitstellen, der Kunden bei allen relevanten Fragen zur Seite stehe und sie durch das Verfahren begleite, so Bodo Drescher.

Mit Material von Energy2market
Auch interessant