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Produktion und Förderung

Boden: Schweizer Landwirte treiben den Preis

von , am
11.08.2015

An der Grenze zu Deutschland spielen die Schweizer Landwirte ihre Wettbewerbsvorteile aus. Mit EU-Fördermitteln und einem höheren Weizenpreis in der Schweiz, ist deutsches Ackerland erschwinglich. agrarheute.com fragt nach.

In Nordrhein-Westfalen sind die Preise für Agrarland um 18 Prozent gestiegen. © Mühlhausen/landpixel

Im Südwesten Deutschlands, genauer gesagt zwischen Konstanz und Lörrach stehen die deutschen Landwirte vor besonderen Problemen. Wie Stefan Leichenauer vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) gegenüber agrarheute.com beschreibt, kaufen und pachten Schweizer Landwirte im sogenannten Zollgrenzbezirk den deutschen Landwirten das Ackerland weg. Unterstützt von einem hohen Weizenpreis in der Schweiz und europäischen Fördermitteln. Laut Leichenauer würden die Schweizer Landwirte umgerechnet über 400 Euro in der Schweiz für B-Weizen bekommen. B-Weizen, der auf deutschen Flächen mit EU-Fördergeldern produziert wurde und von den Schweizer Bauern ohne Zoll in die Schweiz eingeführt wird.
 

Fördermittel ohne Auflagen

Die größte Ungerechtigkeit ist für Leichenauer allerdings, dass die Schweizer Landwirte sich auf ihrem Betrieb in der Schweiz nicht an die Europäischen Auflagen halten müssen, aber dennoch Fördergelder bekommen. "Da wird mit zweierlei Maß gemessen". Die deutschen Landwirte fühlen sich im Stich gelassen, betont Leichenauer weiter. Allerdings ist es ihm auch wichtig zu sagen, dass die Schweizer Landwirte sich völlig korrekt nach dem Gesetz verhalten. Er arbeite selbst als Lohnunternehmer und komme sehr gut klar mit den Schweizern. Die Politik lässt uns im Stich, beklagt sich Leichenauer weiter." Er fordert, dass EU-Gelder nur an EU-Bürger gezahlt werden und die Politiker in Brüssel endlich handeln.
 
 

Rund 4.000 Hektar in Schweizer Hand

Der Pachtpreis sei in den letzten Jahren von durchschnittlich 150 Euro auf 200 Euro gestiegen. Mittlerweile handelt es sich laut Leichenauer um knapp 4.000 Hektar, die von Schweizern bewirtschaftet werden. Im März wurde eine entsprechende Anfrage an den Landtag gestellt und beantwortet. Im Landkreis Konstanz waren demnach 2014 rund 1478 Hektar Land an Schweizer Bauern verpachtet, im Kreis Waldshut rund 1043 Hektar. 15 Jahre zuvor waren es im Kreis Konstanz noch 989 Hektar, in Waldshut 652 Hektar. Beim Ankauf haben sich die Flächen im selben Zeitraum mehr als verdoppelt: in Konstanz von 202 auf 512 Hektar, in Waldshut von 424 auf 952 Hektar.
 
Sowie sich das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg auf unserere Anfragen geäußert hat, wird diese Medlung aktualisiert.
 
 
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