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Produktion und Förderung

Bodenmarkt: Investoren sorgen für Unbehagen

von , am
05.11.2012

Berlin - Das Interesse außerlandwirtschaftlicher Investoren in die ostdeutsche Landwirtschaft scheint immer größer zu werden. Dr. Müller von der BVVG dpricht über die Risiken für den ländlichen Raum.

Dr. Wilhelm Müller, Geschäftsfüherer der BVVG, hält den Einstieg außerlandwirtschaftlicher Investoren in die Landwirtschaft für "nicht unproblematisch". © Fritz
Besorgt über den zunehmenden Einstieg von außerlandwirtschaftlichen Investoren in die ostdeutsche Landwirtschaft hat sich der Geschäftsführer der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG), Dr. Wilhelm Müller geäußert. "Ich halte diese Entwicklung für nicht unproblematisch", sagte Müller in einem Gespräch mit dem Presse- und Informationsdienst Agra-Europe.

Investoren bringen Risiken für den ländlichen Raum

Die mit der Übernahme von Betrieben oft einhergehende Entfernung zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Investoren und der praktischen Landbewirtschaftung sowie der Bevölkerung vor Ort berge aus seiner Sicht erhebliche Risiken für den ländlichen Raum, "um die man sich kümmern muss", betonte der BVVG-Geschäftsführer.
 
Gleichzeitig warnte er vor zu großen Erwartungen an die politischen Einwirkungsmöglichkeiten. Müller: "Wer meint, man könne die Zahnpasta so einfach wieder in die Tube zurückdrücken, wird sich rasch eines Besseren belehren lassen müssen." Forderungen nach Verboten seien "wenig hilfreich".
 Der langjährige Geschäftsführer räumt ein, dass die BVVG nur in Einzelfällen Kenntnis von der Übernahme landwirtschaftlicher Unternehmen durch Investoren erhalte, etwa wenn Gesellschafterwechsel innerhalb geltender Bindungsfristen angezeigt werden müssten. Allerdings habe er den Eindruck, dass das Interesse von Investoren an einem Einstieg in die Landwirtschaft erheblich zugenommen habe.

Pächter wollen weiter kaufen

Müller bezeichnete das Interesse der BVVG-Pächter am Kauf von Flächen trotz weiter steigender Bodenpreise als "nach wie vor sehr hoch". Ein Teil der Pächter suche sich Investoren, um Flächenkäufe realisieren zu können. Auch dieser Aspekt sei bei einer Wertung des Engagements von Investoren einzubeziehen. Zurückhaltend äußerte sich der Geschäftsführer zur politischen Diskussion um eine Verschärfung des Grundstückverkehrsgesetzes und des Landpachtverkehrsgesetzes. "Die nehme ich mit Interesse zur Kenntnis und warte gespannt auf realisierbare Vorschläge", so Müller.
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