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Bodenmarkt in den Niederlanden

Bodenpreise 2022 stark gestiegen – Milchbauern kaufen am meisten Land

Niederlande Landwirtschaft.
am Dienstag, 27.09.2022 - 09:54 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Ackerland sind in den Niederlanden im ersten Halbjahr 2022 stark gestiegen. Grünland hat sich ebenfalls verteuert, aber nicht so stark wie Ackerland. Das berichtet die die niederländischer der niederländische Verband der Immobilienmakler und Boden-Gutachter NVM.

Preise für Ackerland.

Die Niederlande hatten auch vor dem Preisanstieg 2022 die mit Abstand höchsten Preise für Ackerland und Grünland in Europa. Und auch die höchsten Pachtpreise. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 lag der durchschnittliche Preis für Ackerland in den Niederlanden mit 80.000 Euro pro Hektar um 8,5 Prozent höher als 2021.

Die Makler von NVM geben an, dass viele bestehende Betriebe sehr aktiv waren, zusätzliches Land zu kaufen, um zu wachsen. Mit etwa 33 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens von Ackerland, waren die Regionen Veenkoloniën und Oldambt die flächenmäßig wichtigsten Regionen, gefolgt vom Südwesten mit 16 Prozent.

Landwirte, die für ihren Geschäftsbetrieb Grundstücke gepachtet haben, müssen sich aufgrund der hohen Inflation möglicherweise mit stark steigenden Pachtpreisen auseinandersetzen, prognostiziert NVM. Verpächter können die Jahrespacht oft an die Inflation des vergangenen Jahres anpassen. Infolgedessen stehen nicht wenige Agrarbetriebe vor großen Herausforderungen.

Der Grünlandpreis steigt auf 64.300 Euro

Bodenpreise.

Der Durchschnittspreis für Grünland lag im ersten Halbjahr 2022 bei 64.300 Euro pro Hektar. Gegenüber 2021 betrug die Steigerung 4 Prozent. Die Preise stiegen jedoch nicht in allen Regionen gleich stark an. Auffallend war der Anstieg in den Regionen Westholland (+14 Prozent) und im südlichen Viehzuchtbereich (+16 Prozent).

In einem der größten Grünlandgebiete, dem nördlichen Weidegebiet, sank der Preis sogar um 3 Prozent. Die Preisentwicklung von Grünland ist seit 2019 im Aufwärtstrend. Aufgrund der stark gestiegenen Preise für Düngemittel sind viele Landwirte jedoch mit deutlich höheren Kosten konfrontiert.

Darüber hinaus wird die Ausnahmeregelung für die Verwendung von tierischem Dünger auf Weiden abgeschafft. Das heißt, dass die zulässige Menge an tierischem Stickstoff aus Gülle auf 170 Kilogramm reduziert wird. Das bedeutet, das die Kosten für die Düngemittelentsorgung zunehmen.

Milchviehbetriebe kaufen Land und wachsen

Die Zahl der verkauften Milchviehbetriebe war im ersten Halbjahr 2022 historisch hoch. Die NVM-Makler verkauften insgesamt 45 Milchviehbetriebe. Sowohl 2020 als auch 2021 wurden im Jahresverlauf insgesamt 74 Unternehmen verkauft. Auch neu angemeldete Objekte sind derzeit schnell verkauft, berichten die Makler. Die durchschnittliche Verkaufszeit für Milchviehbetriebe betrug 196 Tage, verglichen mit 285 Tagen im Jahr 2021.

Milchviehbetriebe sind aufgrund der hohen Milchpreise gut am Markt positioniert. Trotz hoher Verkäufe beobachtet NVM, dass die Zahl der zum Verkauf stehenden Milchviehbetriebe kaum zurückgeht. Im Angebot ist offenbar auch eine Gruppe von Objekten, die schon länger verfügbar sind. Hohe Baukosten machen Investitionen in diese nicht verkauften Objekte derzeit offenbar unrentabel.

Darüber hinaus sorgt der hohe Milchpreis dafür, dass mehr Unternehmer als sonst weitermachen wollen. Dadurch kommen künftig weniger Milchviehbetriebe auf den Markt. Auch die bevorstehenden Ankaufsregelungen sorgen dafür, dass künftig weniger Milchviehbetriebe auf den Markt kommen werden.

Zuletzt ist der Milchpreis in den Niederlanden stark gestiegen. Außerdem hat der heiße und trockene Sommer 2022 das Milchangebot reduziert und die Preise nach oben gezogen. Mitte 2022 lag der Milchpreis mit rund 60 Cent pro Kilo rund 30 Prozent höher als zu Beginn des Jahres. Aufgrund des hohen Milchpreises sind die Einkommen für viele Milchviehbetriebe gestiegen.

Schweinebauern ökonomisch stark unter Druck

Die Zahl der in den Niederlanden zum Verkauf stehenden Schweinefbetriebe ist mit 30 die niedrigste seit Jahren. Im ersten Halbjahr 2022 verkauften NVM-Makler nur neun Schweinefarmen. Dies dürfte ein erster Effekt der neuen Stickstoffgesetzgebung und der damit verbundenen Regelung sein, sagen die Makler.

Als Ergebnis der Teilnahme an der angekündigten Regelung für den Kauf und die Auflösung von Viehzuchtbetrieben für die Verringerung der Stickstoffbelastung von Naturschutzgebieten, wird die Zahl der Schweinefarmen in den Niederlanden weiter zurückgehen.

Milchbauern, Geflügel- und Schweinezüchter erhalten danach 100 % des Wiederbeschaffungswert ihres Stalles erstattet und 100% des Marktwertes der Produktionsrechte, sagen die Makler.

Mit Material von De Nederlandse Coöperatieve Vereniging van Makelaars en Taxateurs in onroerende goederen NVM U.A. (NVM)

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