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Produktion und Förderung

Bodenschutz: Ein Plädoyer für Untersaaten

© landpixel
von , am
17.06.2013

Bückwitz - Beim gemeinsamen Feldtag von DSV und Rapool war auch der Bodenschutz ein wichtiges Thema. Schäden durch Erosion und Verschlämmmung können z.B. durch Untersaaten gemildert werden.

Der Boden aus der linken Flasche verliert surch Untersaaten und witterungsangepasster Ernte weniger Tonteilchen durch das Wasser. © Catrin Hahn
In Bückwitz in Brandenburg fand am 13. Juni der alljährliche gemeinsame Feldtag von Deutschen Saatgutveredlung (DSV) und Rapool statt.  Das Thema Hochwasserschutz war ein hochbrisanten Punkt. Auch diejenigen, die nicht von unmittelbaren Hochwasserschäden betroffen sind, haben in diesem Jahr mit Starkniederschlägen zu tun gehabt, deren Folge oberirdischer Abfluss und Erosion, innere Erosion und Verschlämmung sind.
 
 
Was kann der Landwirt tun? "Bewachsener Boden infiltriert Niederschläge besser als unbewachsener", ist der erste wichtige Ratschlag und ein Plädoyer für Untersaaten.

Maßnahmen zur Bodenschonung

Eine besonders viel genutzte Gelegenheit, sich die Böden nachhaltig zu zerstören, sei die Maisernte, fuhr Felgentreu fort. Nach der Ernte mit schwerer Technik, oft zu ungünstiger Witterung, seien die Böden oft völlig dicht und nicht mehr in der Lage, Niederschläge aufzunehmen. Auch die Düngung mit Biogasgülle - ohne Ausgleich des Kalimangels - und die Verwendung ungeeigneter Zwischenfrüchte wie Senf sei in diesem Zusammenhang problematisch.
Maßnahmen zur Bodenschonung seien:
  • pfluglose Bodenbearbeitung
  • den Bodendruck vermindern
  • weite Fruchtfolgen
  • Zwischenfruchtanbau
  • Untersaaten
  •  Mischkulturen
  • auf guten Kalkzustand achten
  • Nährstoffe gut ausbalancieren
  • ammoniumbetont platziert N düngen
  • Förderung der Regenwürmer
  • Förderung der Mycorrhiza 

Untersaaten vermindern die Erosion

Wie dramatisch ein Boden durch falsche Bearbeitungsmaßnahmen zerstört werden kann, demonstrierte Christoph Felgentreu von der Deutschen Saatgutveredlung (DSV) anschließend auf der Versuchsfläche. Beide Böden stammen von Flächen, auf denen über mehrere Jahre Mais gestanden hat. Der Boden in der rechten Flasche hat dabei die "klassische" Maismonokultur durchlitten: über Winter unbewachsener Boden, Ernte "schlacht" unter nassen Bedingungen. Das simulierte Niederschlagswasser fließt in kürzester Zeit durch den Boden und nimmt auf seinem Weg die feinen Tonteilchen mit. Die Folge: Der Boden verliert wichtige Bestandteile durch innere Erosion. Der Boden aus der linken Flasche hat zwar dieselbe ungünstige Fruchtfolge getragen, allerdings mit Untersaaten und witterungsangepasster Ernte. Das Wasser fließt langsamer durch den Boden, es wird mehr zurückgehalten, und die feinen Tonteilchen bleiben darin. Dank der Untersaaten und des intensiveren Bodenlebens finden sich mehr wasserbeständige Bodenkrümel darin.
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