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Dürresommer 2018

Brandenburg: Dürrehilfe um 100 Prozent überzeichnet

trockener Boden mit Mais
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
13.12.2018

In Brandenburg haben die Landwirte mehr als doppelt so viele Dürrehilfen beantragt als Bund und Länder zur Verfügung stellen.

Wie das Potsdamer Landwirtschaftsministerium nach Abschluss der verlängerten Antragsfrist mitteilte, sind bis zum 7. Dezember insgesamt 770 Anträge über 93,5 Mio Euro bei der Bewilligungsbehörde eingegangen. Der Landesbauernverband (LBV) wies darauf hin, dass aus dem Topf für Hilfen aus dem Bund-Länderprogramm für Brandenburg gerade einmal 46 Mio Euro zur Verfügung stünden.

Die Überzeichnung des Programms um mehr als das Doppelte unterstreicht nach Ansicht des Landesbauernverbands die ernste Situation der märkischen Landwirte. Verbandspräsident Henrik Wendorff wehrt sich daher gegen Darstellungen in den Medien, wonach den Bauern „mit viel Geld aus Steuermittel“ geholfen werde. Ihm zufolge wird die Mehrheit der Landwirte auf ihren Schäden sitzen bleiben, da den vorgesehenen Hilfsgeldern in Höhe von 46 Mio Euro Schäden in Höhe von etwa 370 Mio Euro gegenüberstünden.

Landwirtschaft unter erheblichem wirtschaftlichen Druck

Wendorff warnte zugleich davor, angesichts der aktuellen Notlage die grundlegenden Probleme wie dauerhaft niedrige Erzeugerpreise aus den Augen zu verlieren: Landwirtschaftliche Betriebe stünden auch in normalen Zeiten unter einem erheblichen ökonomischen Druck und könnten auch wegen der Übermacht des Lebensmitteleinzelhandels kaum notwendige Rücklagen bilden. Die Gesellschaft müsse endlich begreifen, dass „Geiz nicht geil ist“, so der LBV-Präsident.

Mit Material von AgE
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