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Produktion und Förderung

Brandenburg: Steiler Anstieg bei BVVG-Verkaufspreisen

von , am
26.02.2014

Berlin - Einen regelrechten Satz nach oben haben die Verkaufspreise der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) im letzten Jahr in Brandenburg gemacht.

In Nordrhein-Westfalen sind die Preise für Agrarland um 18 Prozent gestiegen. © Mühlhausen/landpixel
Wie die Leiter der beiden Niederlassungen Brandenburg/Berlin und Cottbus, Barbara Halsinger und Dr. Bernd Klages, mitteilten, erzielte die brandenburgische BVVG 2013 bei ihren Verkehrswertverkäufen im Durchschnitt 12.038 Euro je Hektar (Euro/ha), das waren 23 Prozent mehr als im Vorjahr.
 
Der BVVG-Durchschnittswert von 15.411 Euro/ha beziehungsweise das westdeutsche Niveau werden damit aber weiterhin deutlich unterschritten.

Rund 9.400 Hektar vermarktet

Eigenen Angaben zufolge veräußerte die BVVG 2013 rund 9.400 Hektar landwirtschaftliche Fläche, darunter 4.700 Hektar zu vergünstigten Preisen nach dem 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz an Alteigentümer. Von den bisher 696 eingegangenen Anträgen von Alteigentümern haben die Niederlassungen im Land Brandenburg 495 Anträge abschließend erledigt, darunter 234 im Jahr 2013. Ausgeschrieben wurden 2013 rund 4.300 Hektar landwirtschaftliche Fläche, wobei die Lose im Schnitt 11 Hektar groß waren. Das Gros ging laut BVVG an ortsansässige Landwirtschaftsbetriebe. Im Durchschnitt gaben vier Interessenten je Ausschreibungslos ihre Gebote ab.

Direkterwerb blieb gefragt

Wie die BVVG weiter berichtete, haben erwerbsberechtigte Pächter in Brandenburg auch 2013 stark von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ohne Ausschreibung landwirtschaftliche Flächen von der BVVG zu kaufen.
 
Laut BVVG endeten im vergangenen Jahr Pachtverträge über rund 2.600 Hektar mit Direkterwerbsansprüchen, bei denen 29 Prozent der berechtigten Pächter den sofortigen Direktkauf, 27 Prozent einen vierjährigen Pachtvertrag mit Kaufoption und 44 Prozent einen neunjährigen Pachtvertrag wählten.

Neupachten verteuerten sich um ein Zehntel

Die BVVG im Land Brandenburg hat nach den Privatisierungsgrundsätzen von 2010 im letzten Jahr rund 1.500 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche beschränkt ausgeschrieben. Davon wurden bisher rund 1.000 Hektar verpachtet und 500 Hektar an berechtigte Betriebe verkauft. Verpachtet hatten die beiden Niederlassungen Ende 2013 insgesamt rund 68.500 Hektar. Dabei lag der Anteil an langfristigen Pachtverträgen mit über sechs Jahren bei rund 60 Prozent. Der durchschnittliche jährliche Zins für Bestandspachten betrug laut BVVG 238 Euro/ha, das waren rund fünf Prozent mehr als 2012. Bei Neuverpachtungen wurde ein Pachtzins von 301 Euro je Hektar und Jahr erzielt, ein Anstieg um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Verkauf Wald

Die BVVG im Land Brandenburg hat darüber hinaus im letzten Jahr nach eigenen Angaben rund 6.400 Hektar Wald verkauft, darunter 5.400 Hektar zu begünstigten Bedingungen nach dem 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz an Alteigentümer. Die Niederlassungen registrierten dabei durchschnittlich neun Gebote pro Los, was sie als Beleg für das anhaltend große Interesse an Waldflächen werten. Dies soll insbesondere für Alteigentümer gelten, die beim Erwerb Vorrang vor Nichtberechtigten mit Verkehrswertgeboten haben. In diesem Jahr wollen die Niederlassungen rund 17.500 Hektar Fläche veräußern, darunter 11.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen und 5.500 Hektar Wald. Insgesamt sollen rund 139 Millionen Euro Erlöse erwirtschaftet werden. Nach eigenen Angaben hat die BVVG im Land Brandenburg insgesamt noch rund 69.800 Hektar landwirtschaftliche sowie etwa 8.900 Hektar forstwirtschaftliche Flächen zu privatisieren.
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