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Energiekrise und Heizkosten

Heizen mit Brennstoffzellen: Strom und Wärme fürs Haus - autonom sein

Heizungsanlage.
am Freitag, 25.11.2022 - 09:27 (6 Kommentare)

Eine Brennstoffzellenheizung erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme für Haus und Hof. Und sie kann den Besitzer ziemlich autonom von der öffentlichen Energieversorgung machen. Der Nachteil: Trotz hoher Förderung sind Brennstoffzellenheizungen noch immer sehr teuer.

heizung.

Bei einer Brennstoffzelle handelt es sich um ein Heizsystem, dass das Funktionsprinzip der Kraft-Wärme-Kopplung nutzt. Das heißt: Die Heizung erzeugt sowohl Strom als auch Wärme. Für diese Strom- und Wärmeproduktion benötigt die Brennstoffzelle Sauerstoff und Wasserstoff. Letzterer wird zuvor aus Erdgas gewonnen und in der Brennstoffzelle selbst umgewandelt. Als Nebenprodukt entsteht Wasser.

Mit der Brennstoffzellenheizung können Hausbesitzer ihren Strom beim Heizen selbst erzeugen und gewinnen so mehr Unabhängigkeit von Energieversorgern und steigenden Preisen. Die Strom- und Wärmeerzeugung der Brennstoffzelle beruht auf einer elektrochemischen Reaktion der beiden Elemente Sauerstoff und Wasserstoff. Eine Verbrennung wie bei konventionellen Heizgeräten findet nicht statt, weshalb der Prozess auch kalte Verbrennung genannt wird.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Stromerzeugung, im Vergleich zur Solaranlage, nicht sonnenabhängig ist. Sie funktioniert also zu jeder Tages- und Nachtzeit, sowie bei jeder Witterung. Während Solaranlagen den meisten Strom im Sommer erzeugen, eine Heizung jedoch im Winter den höchsten Strombedarf hat, liefert die Brennstoffzelle eine kontinuierliche Menge an Strom. Bei Stromausfällen kann eine Brennstoffzellenheizung nach Angaben von Herstellern zudem im Inselbetrieb das Haus weiter mit Strom versorgen.

Zudem kann der erzeugte Strom einem externen Batteriespeicher eingespeichert werden und das Hauses bei Stromspitzenlasten versorgen. Je nach Hersteller, Effizienz der Anlage und Qualität des Erdgases werden mit einer Brennstoffzellenheizung aus einer Kilowattstunde Erdgas ca. 0,4 Kilowattstunden Strom und 0,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt, haben die Experten von energieheld.de ausgerechnet.

Unterstellt man 5.000 bis 6.000 Betriebsstunden pro Jahr, dann erzeugt die Brennstoffzellenheizung damit 5.000 bis 6.000 Kilowattstunden Wärme und 3.750 bis zu 4.500 Kilowattstunden Strom. Der Gasverbrauch liegt bei 10.000 bis 12.000 Kilowattstunden.

Kosten von reichlich 30.000 Euro - ohne Förderung

Brennstoffzellen-Heizungen eignen sich für Gebäude mit ganzjährigem Wärmebedarf (Heizung und zentrale Warmwasserbereitung), also auch für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Gewerbe und für Mehrfamilienhäuser. Ob sich der Einbau wirtschaftlich rechnet, hängt vom jeweiligen Verbrauch an Strom und Warmwasser ab.

Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ), hält einen jährlichen Gesamtwärmebedarf ab 10.000 Kilowattstunden für geeignet. Auch der Strombedarf sollte wegen der permanenten Energieerzeugung nicht zu niedrig sein. Für einen Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt mit niedrigem Stromverbrauch rechnet sich eine Brennstoffzelle für Zuhause danach nicht unbedingt. Überschüssiger Strom kann jedoch auch ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Wirtschaftlicher als die Stromvergütung ist jedoch der Eigenverbrauch. Außerdem kann die Vergütung nicht mehr mit der KfW-Förderung kombiniert werden.

Brennstoffzellen-Heizungen sind schon seit einigen Jahren marktreif. Einige Geräte werden bereits in größeren Serien produziert. Dennoch ist die Technik nicht  gerade preiswert. Hersteller nennen als Einstiegspreis etwa 23.000 Euro für das Gerät selbst. Dazu kommen Kosten für Zubehör und Einbau. Für ein Komplettpaket ist mit mindestens 30.000 bis 35.000 Euro zu rechnen – ohne Förderung.

Zu den Kosten für ein Komplettpaket kommen allerdings noch Ausgaben für mögliche bauliche Veränderungen, wie zum Beispiel das Verlegen eines Gasanschlusses.

Ein Teil der Finanzierung lässt sich durch die hohen staatlichen Zuschüsse von teilweise deutlich mehr als 10.000 Euro stemmen. Durch die hohen Fördermittel können sich die hohen Investitionskosten über die Energieeinsparung – nach Herstellerangaben zwischen 40 und 50 % - innerhalb weniger Jahre rechnen.

Wer seinen eigenen Strom mit Wasserstoff aus Gas produziert, macht sich außerdem auch unabhängiger von steigenden Strompreisen. Fazit: Für viele Interessenten ist der Einbau einer Brennstoffzellenheizung vor allem eine Rechenaufgabe.

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