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Steuer und Finanzen

BVVG-Bodenpreise: Zwei Länder, zwei Trends

© agrar-press
von , am
27.02.2012

Potsdam/Erfurt - Die BVVG-Kaufpreise haben in Brandenburg weiter angezogen. Billiger wurden die Flächen dafür in Thüringen.

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14 Prozent Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) 2011 in Brandenburg.  Rund 16.000 Hektar Acker- und Grünland wechselten dort im vergangenen Jahr den Besitzer.
 
Im Gegensatz dazu gingen die Kaufpreise in Thüringen leicht zurück. Neupachten fallen dort deutlich preiswerter aus, während Bestandspachten um zwölf Prozent zulegten.
 
Aufgrund der kleinen Ausschreibungslose geht die BVVG in beiden Bundesländern davon aus, dass Investoren kein Interesse an den Flächen haben. Konflikte zwischen Alteigentümern und Landwirten erwartet man nicht. Wieviel Fläche Alteigentümer genau beanspruchen werden, ist jedoch noch nicht bekannt: Die Anträge sind häufig unvollständig.

Brandenburg: Kaufpreise 14 Prozent über Vorjahresniveau

In Brandenburg hat die BVVG im vergangenen Jahr insgesamt rund 16.000 Hektar (ha) Fläche, darunter 13.200 ha Acker- und Grünland sowie 2.470 ha Wald veräußert. Wie die Leiter der Niederlassungen Brandenburg und Cottbus, Barbara  Halsinger und Dr. Bernd  Klages, mitteilten, erzielte die BVVG 2011 im Land Brandenburg bei Verkehrswertverkäufen durchschnittlich 8.939 Euro je Hektar (Euro/ha). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise damit um rund 14 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 127 Millionen Euro eingenommen. 14 Prozent der Fläche ging an Alteigentümer.
 
Bestandspachten um 34 Prozent teurer
 
Zum 31. Dezember 2011 waren laut BVVG rund 90.600 ha landwirtschaftliche Fläche verpachtet. Dabei lag der Anteil der langfristigen Pachten bei rund 55 Prozent. Der durchschnittliche Pachtzins bei Bestandspachten lag mit 208 Euro/ha pro Jahr rund 34 % über dem Niveau von 2010. Bei Neuverpachtungen stieg der Pachtzins um drei Prozent auf 244 Euro/ha.
 
Im Jahr 2011 endeten bei rund 18.000 ha Acker- und Grünland mit Direkterwerbsansprüchen die Pachtverträge. Von der für den Direkterwerb verfügbaren Fläche lagen bislang für rund 5.900 ha Rückmeldungen vor. Die berechtigten Pächter wählten
  • bei 55 Prozent der Flächen den sofortigen Direktkauf,
  • bei 33 Prozent einen vierjährigen Pachtvertrag mit Kaufoption und
  • bei zwölf Prozent einen neunjährigen Pachtvertrag.
 
Im Jahr 2011 wurden etwa 8.900 ha öffentlich ausgeschriebene landwirtschaftliche Fläche vertraglich gebunden, darunter 62 % über Pachtverträge. "Die Ausschreibungslose waren im Schnitt 11,6 ha groß und damit für sogenannte Investoren nicht interessant", betonten die Niederlassungsleiter.
 
In diesem Jahr will die BVVG in Brandenburg knapp 10.000 ha Acker- und Grünland und rund 5.300 ha Wald verkaufen.

Thüringen: Kaufpreise sechs Prozent unter Vorjahresniveau

Während die Preise in Brandenburg gestiegen sind, verzeichnet die BVVG in Thüringen einen leichten Preisrückgang beim Verkauf von landwirtschaftlichen Nutzfläche. Nach Angaben von Niederlassungsleiter Markus  Meyer erzielte die BVVG 2011 im Freistaat bei Verkehrswertverkäufen durchschnittlich 10.386 Euro/ha. Das waren rund sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
 
Verkauft wurden insgesamt rund 4.000 ha, darunter 3.100 ha Acker- und Grünland sowie 670 ha Wald. Dadurch wurden Erlöse von 38 Millionen Euro erzielt. Sieben Prozent der Fläche ging an Alteigentümer.
 
Bestandspacht um zwölf Prozent teurer
 
Verpachtet waren in Thüringen zum 31. Dezember 2011 laut BVVG rund 16.300 ha landwirtschaftliche Fläche. Der durchschnittliche Pachtzins bei Bestandspachten rangierte mit 251 Euro/ha und Jahr rund zwölf Prozent über dem Niveau von 2010. Bei Neuverpachtungen sank der Pachtzins dagegen deutlich um neun Prozent auf 246 Euro/ha. Im Jahr 2011 endeten Pachtverträge über rund 5.900 ha mit Direkterwerbsansprüchen.
 
Die berechtigten Pächter wählten
  • bei 36 Prozent der Flächen den sofortigen Direktkauf,
  • bei 44 Prozent einen vierjährigen Pachtvertrag mit Kaufoption und
  • bei 20 Prozent einen neunjährigen Pachtvertrag.
Im Jahr 2011 wurden etwa 1.400 Hektar öffentlich ausgeschriebene landwirtschaftliche Fläche vertraglich gebunden, darunter 55 Prozent über Pachtverträge. "Die Ausschreibungslose waren im Schnitt 4,3 ha groß", berichtet Meyer.
 
In diesem Jahr will die Niederlassung etwa 2.500 ha Acker- und Grünland und rund 2.000 ha Wald verkaufen.

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