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Bodenmarkt

BVVG-Verkaufspreise weitgehend stabil

Ackerlandschaft Sachsen-Anhalt
am
14.01.2019

Die BVVG hat den Direktverkauf landwirtschaftlicher Flächen weitgehend abgeschlossen. Die Preise blieben 2018 stabil.

Die Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG) verkaufte voriges Jahr in Ostdeutschland insgesamt 1.600 Hektar landwirtschaftlicher Fläche im Direktverkauf ohne Ausschreibung an berechtigte Pächter. Damit verbleiben nur noch 1.300 Hektar im Bestand zum Direktverkauf.

Damit ist die Privatisierung aber noch lange nicht beendet. Rund 117.000 Hektar wird die BVVG bis 2030 über Ausschreibungen verkaufen.

Die Dürre drückte die Kaufnachfrage

Der durchschnittliche Verkaufspreis für landwirtschaftliche Flächen, den die BVVG 2018 erzielte, belief sich auf 20.195 Euro je Hektar; das waren 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In Thüringen und Brandenburg gingen die Verkaufspreise sogar deutlich zurück.

Die BVVG verwies darauf, dass repräsentative Aussagen über die Entwicklung der Kaufpreise aufgrund der kleineren Verkaufsfläche nur noch sehr eingeschränkt möglich seien. Grundsätzlich sei die Nachfrage weiterhin hoch.

Andererseits spürte die Privatisierungsgesellschaft voriges Jahr aufgrund der Sommerdürre eine geringer Kaufnachfrage, wenn auch regional unterschiedlich. Die Liquidität der Betriebe war angespannt.

Der durchschnittliche Pachtpreis für BVVG-Flächen blieb 2018 mit 430 Euro je Hektar ebenfalls stabil im Vergleich zu 424 Euro im Vorjahr. Die bundeseigene GmbH verpachtet jährlich rund 20.000 Hektar neu.

Neuer BVVG-Geschäftsführer

Für rund 27.000 Hektar kann die BVVG derzeit keine Verkaufsentscheidung treffen. Die Flächen wurden auf Anfrage der Bundesregierung reserviert, um weitere 20.000 Hektar als eine vierte Tranche für das Nationale Naturschutzerbe zu verschenken.

Im laufenden Jahr wird die Gesellschaft planmäßig rund 7.700 Hektar landwirtschaftlicher Fläche verkaufen, darunter 7.300 Hektar zum Verkaufswert. Etwa 18.000 Hektar sollen neu verpachtet werden.

Insgesamt hat das Unternehmen in den fünf ostdeutschen Bundesländern noch rund 117.000 Hektar landwirtschaftliche sowie etwa 6.500 Hektar forstwirtschaftliche Flächen zu privatisieren.

Im vorigen Jahr erzielte die BVVG einen Überschuss von 205 Mio Euro, die an den Bund abgeführt wurden. Zum 1. Februar wechselt der bisherige Abteilungsleiter im Bundeslandwirtschaftsministerium Thomas Windmöller in die BVVG-Geschäftsführung. Der bisherige Geschäftsführer Stefan Schulz kehrt zurück in das Bundeslandwirtschaftsministerium. Der aus dem Finanzressort abgeordnete Martin Kern wird der BVVG-Geschäftsführung weiterhin angehören.

Grüne fordern Verkaufsstopp

Ein Verkaufsmoratorium für land- und forstwirtschaftliche Flächen der BVVG verlangen die Bündnisgrünen.

In einem Beschluss, den der Bundesvorstand der Partei vorige Woche auf seiner Klausur in Frankfurt an der Oder gefasst hat, wird vorgeschlagen, die BVVG-Flächen an eine bundeseigene Stiftung zu überführen, um sie dann vorzugsweise zu verpachten.

Parteivorstand gibt BVVG Mitschuld an "ungerechter" Bodenverteilung

Der Bundesvorstand der Grünen weist der Privatisierungspolitik der BVVG einen entscheidenden Anteil an einer „ungerechten Bodenverteilung und einer Zementierung industrieller landwirtschaftlicher Großstrukturen“ bei.

Der Aufkauf großer landwirtschaftlicher Flächen durch große Kapitalinvestoren verhindere in ganz Deutschland, aber ganz besonders in Ostdeutschland, eine vielfältig strukturierte Landwirtschaft, eine breite Streuung des Bodenbesitzes und erschwere so den Zugang zu Land für junge Menschen und Betriebsneugründungen, heißt es in dem Beschluss.

Mit Material von AgE

Bodenpreise: Das kostete der Hektar 2017

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