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CO2-Preis und Emissionshandel

China startet CO2-Emissionshandel – zu Spottpreisen

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am Samstag, 17.07.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

China stößt mehr CO2 aus, als alle anderen Industrieländer zusammen. Der CO2-Handel soll das ändern.

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China startet im Juli ein seit langem geplantes nationales Emissionshandelssystem. Dieses System, würde den größten Kohlenstoffmarkt der Welt schaffen und den Anteil der globalen Emissionen, die durch dein Handelssystem abgedeckt werden, verdoppeln. Der Emissionhandels soll nun helfen, die Treibhausgasemissionen zu senken.

Ziel Pekings ist es, die Höchstemissionen – also den erwarteten Maximalausstoß – vor 2030 zu erreichen und die CO2-Neutralität oder Netto-Null-Emissionen bis 2060 zu schaffen, sagten chinesischen Beamte auf einer Pressekonferenz zur Eröffnung der Börse.

Derzeit ist China der größte CO2-Emittent der Welt und stößt mehr CO2 aus als alle großen Industrieländer zusammen. In einem Vergleich mit den EU-Ländern, den USA und den anderen Mitgliedern der OECD hat die US-Denkfabrik Rhodium Group ausgerechnt, dass das bevölkerungsreichste Land 2019 allein für 27 Prozent der weltweiten Emissionen an CO2-Äquivalenten verantwortlich ist – weit mehr als die USA auf Position zwei mit elf Prozent.

Indien liegt nach diesen Berechnungen mit 6,6 Prozent auf den dritten Platz. Deutschland kommt gerade einmal auf etwa 0,8 Prozent der globalen Emissionsmenge. China wird also in Bezug auf die Menge der entstehenden und gehandelten Treibhausgase der weltweit größte Markt für den Handel mit CO2-Emissionen werden, sobald die Börse auf nationaler Ebene Ende dieses Monats eröffnet, sagte ein chinesischer Beamter des Umweltministeriums.

Rund 2200 Energie-Unternehmen starten mit dem Zertifikate-Handel

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An dem Programm werden zunächst 2.225 Unternehmen aus dem Energiesektor teilnehmen mit einem Gesamtkohlenstoffausstoß von etwa 4 Milliarden Tonnen jährlich gehören, sagte Zhao Yingmin, Vizeminister des Ministeriums für Ökologie und Umwelt, am Mittwoch.

Diese Unternehmen sind nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur für ein Siebtel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Im Rahmen des Handelsprogramms erhalten Emittenten wie Kraftwerke und Fabriken eine feste Menge an Kohlenstoff, die sie pro Jahr freisetzen dürfen. Sie können diese Zertifikate dann wiederum kaufen oder verkaufen.

In den nächsten drei bis fünf Jahren soll der Markt auf sieben weitere emissionsintensive Industrien ausgedehnt werden: Petrochemie, Chemie, Baustoffe, Eisen und Stahl, Nichteisenmetalle, Papier und inländische Luftfahrt. Anstatt sich den absoluten Emissionsobergrenzen wie in anderen Handelsprogrammen zu unterwerfen, sollen die chinesischen Unternehmen mit dem Handel von Zertifikaten beginnen, die Benchmarks basierend auf den Leistungen der Vorjahre verwenden. Sie können unter anderem durch Verhandlungen oder auch auf Auktionen gehandelt werden.

Allein die Stromindustrie wird China zum größten CO2-Markt der Welt machen, was eine enorme Menge an Kapital und technologischen Investitionen anziehen wird“, sagte Wang Jun, Director des Kohlenstoff-Asset-Managements von Sichuan Yongxiang Co, der chinesischen Zeitung Global Times.

Chinas CO2-Preis: 7 Dollar zu 70 USD in Europa

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Bisher ist nicht bekannt, wie teuer ein Zertifikat, das einer Tonne CO2-Emissionen entspricht, gehandelt wird. Basierend auf regionalen Pilotprojekten in den vergangenen zwei Jahren könnte der Durchschnittspreis auf dem nationalen Markt voraussichtlich umgerechnet zwischen 6,18 bis 7,73 US-Dollar liegen, sagte Chinas stellvertretender Umweltminister Zhao Yingmin.

Dieser Startpreis liegt deutlich unter den rund 59 bis 70 US-Dollar pro Tonne im europäischen Emissionshandelsprogramm und den 55 bis 69 US-Dollar pro Tonne im britischen System. Emissionshandelsexperten erwarten einen schleppenden Start des Programms und eine Fokussierung auf die Sicherstellung der grundlegenden Marktfunktionalität.

Das chinesische Ministerium für Ökologie und Umwelt wird als Regulierungs- und Aufsichtsbehörde der Handelsplattform fungieren. Von den Unternehmen wird erwartet, dass sie ihre Emissionsdaten zusammenstellen und an die Landesabteilungen des Ministeriums übermitteln, die damit beauftragt sind, die Informationen zu überprüfen und sicherzustellen, dass das System wie geplant funktioniert.

Die Nichteinhaltung kann zu einer maximalen Geldstrafe von 4.600 US-Dollar oder einer Kürzung der zukünftigen Berechtigungen führen.

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