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Corona: Landwirte können Überbrückungshilfe III Plus länger beantragen

Symbolbild für die Corona-Hilfen des Bundes
am Freitag, 08.10.2021 - 10:01 (Jetzt kommentieren)

Die Überbrückungshilfe III Plus wird verlängert. Landwirte können bis zum Jahresende Anträge stellen.

Von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen können ab sofort Anträge auf die bis zum Jahresende verlängerte Überbrückungshilfe III Plus für den Förderzeitraum Oktober bis Dezember 2021 stellen. Darauf weist das Bundeswirtschaftsministerium hin.

Anträge sind über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de einzureichen. Sie dürfen allerdings nicht vom betroffenen Unternehmer selbst, sondern müssen von einem prüfenden Dritten wie zum Beispiel dem Steuerberater gestellt werden. Die Förderbedingungen sind in Form von FAQ auf der Plattform veröffentlicht.

Wie hoch sind die Überbrückungshilfen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen mit einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent. Außerdem können all jene Unternehmen einen Antrag stellen, die im Juni 2021 für die Überbrückungshilfe III antragsberechtigt und im Juli von der Hochwasserkatastrophe betroffen waren.

Erstattet werden wie bisher

  • bis zu 100 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch über 70 %,
  • bis zu 60 % der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbußen zwischen 50 % und 70 %
  • und bis zu 40 % der förderfähigen Fixkosten bei mindestens 30 % Umsatzeinbruch.

Abschlagszahlung bei Erstanträgen möglich

Unternehmen, die bereits die Überbrückungshilfe III Plus für Juli bis September 2021 erhalten haben, können die Förderung für die Verlängerungsmonate Oktober bis Dezember 2021 einfach über einen Änderungsantrag erhalten.

Alle Unternehmen, die bislang noch keinen Antrag gestellt haben, können jetzt einen Erstantrag für die volle Förderperiode Juli bis Dezember 2021 stellen. Bei Erstanträgen sind Abschlagszahlungen in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Monat möglich.

Schweinehaltern wird die Überbrückungshilfe teilweise verweigert

In der Praxis stoßen landwirtschaftliche Betriebe aber offenbar bei der Genehmigung der Überbrückungshilfe immer wieder auf Schwierigkeiten. Umsatzeinbußen von mehr als 30 % werden vor allem in der Schweinehaltung im relevanten Zeitraum durchaus erreicht. Die Hilfen werden in einigen Ländern aber mit dem Hinweis verweigert, dass die Einbußen nicht Corona-bedingt seien, sondern auf die Schieflage am Schweinefleischmarkt aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zurückzuführen seien.

Die CDU-Bundestagsabgeordneten Silvia Breher, Gitta Connemann und Albert Stegemann hatten Bundeslandwirtschaftsminister Julia Klöckner bereits Mitte September in einem gemeinsamen Schreiben auf diesen Missstand hingewiesen. Aus Sicht der Parlamentarier ist „unbestritten, dass die schwierige Marktlage sowohl auf der Absatz- als auch auf der Kostenseite im Kern Corona-bedingt ist“.

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