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Produktion und Förderung

Crowdfunding als Marketinginstrument: So klappt's!

von , am
28.04.2015

Dass Crowdfunding auch für die Landwirtschaft funktioniert, hat die Kampagne Agrarfrisch bewiesen. Insbesondere für Direktvermarkter ist die Schwarmfinanzierung ein wirksames Marketinginstrument. 8 Tipps wie das Funding im Netz klappt...

Geld
Insbesondere für Direktvermarkter ist Crowdfunding ein wirksames Marketinginstrument. © fotolia
Bei der Schwarmfinanzierung über das Internet - das sogenannte Crowdfunding - steht oft mehr der Marketingeffekt im Vordergrund als der Finanzierungsaspekt. Insbesondere für direktvermarktende Betriebe kann eine Crowdfunding-Aktion viel Aufmerksamkeit schaffen und neue Kunden binden. Wie das erfolgreich geht, hat der Milchviehhalter Benjamin Meise vorgemacht. Er hat mit seiner Aktion "Milchquelle" nicht nur 5.000 Euro für seinen neuen Milchautomaten gesammelt, sondern vor allem viele neue Kunden für den Direktverkauf ab Hof gewonnen.

Tipp 1: Geeignete Plattform finden

Der Landwirt Meise hat sich für die Crowdfunding-Plattform visionbakery.com entschieden, "weil die Beratung von Anfang an dabei war und die Plattform nach eigenen Angaben die zweitgrößte Deutschlands ist. Startnext (die größte Plattform) konnte mit unserem Projekt/Landwirtschaft nicht so recht etwas anfangen. Die haben eher einen kulturellen Hintergrund."
 

Tipp 2: Nutzen für Geldgeber definieren

Das Projekt sollte für die potentiellen Geldgeber einen direkten oder indirekten Nutzen haben. Dies kann ein ideeller Nutzwert wie die Unterstützung artgerechter Tierhaltung oder mehr Umweltschutz sein. Noch besser ist ein direkter Nutzen wie bei der Kampagne Agrarfrisch: Die Möglichkeit zukünftig direkt vom Bauernhof frische Milch zu erhalten.
 

Tipp 3: Gegenleistungen anbieten

Crowdfunding-Aktion Milchquelle: Einige Geldgeber wurden auf der Kuhstatue namentlich verewigt. © Meise
Beim Crowdfunding ist es üblich für entsprechende Beträge eine Gegenleistung anzubieten. Bei der Kampagne Milchquelle erhielten Spender beispielsweise für 2 Euro einen Gutschein für einen Liter Milch. Für höhere Beträge bot der Landwirt eine Hofführung, Traktorfahr- oder Melkkurs an. Auf jeden Fall sollte der Crowdfunder verschiedene, möglichst einzigartige, Gegenleistungen für unterschiedliche Geldbeutel anbieten.
 

Tipp 4: Zielsumme nicht zu hoch ansetzen

Laut Landwirt Meise schwindet mit steigender Zielsumme die Erfolgswahrscheinlichkeit. Beim Crowdfunding gilt das "alles-oder-nichts"-Prinzip, d.h. die Aktion ist nur dann erfolgreich, wenn der Betrag zu 100 Prozent in der gegebenen Zeit zusammenkommt.
 

Tipp 5: Projekt ansprechend darstellen

Die Darstellung des Projektes sollte professionell sein. Natürlich setzt niemand voraus, dass man als Bauer nebenher Grafikdesigner ist. Eine klare persönliche Ansprache und ordentliche Präsentation durch Fotos etc. sollte jedoch gewährleistet sein. Für die Unterstützer muss klar werden: Wer macht was und warum wird das Geld benötigt? Und natürlich sollte der Mehrwert für die Unterstützer herausgestellt werden.
 

Tipp 6: Video schafft Vertrauen!

Ein Video ist zwar keine Erfolgsgarantie, aber es erhöht die Chancen laut Crowdfunding-Expertin Christiane Siegert von visionbakery.com ungemein. Im Video sollte sich das Team, welches hinter dem Projekt steht persönlich vorstellen. Das schafft Vertrauen! Wenn ich als Unterstützer sehe, dass sympathische Menschen mit viel Leidenschaft hinter dem Projekt stehen, fällt mir der Klick auf den "Unterstützer-Button" gleich leichter. Die Projektvorstellung und auch das Video sollten unterhaltsam und emotional ansprechend sein. 
 
 


Tipp 7: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation

Wichtig ist zudem sich bereits vor Start der Kampagne Gedanken über die Kommunikation zu machen. Besonders wenn man Crowdfunding als Marketinginstrument nutzen will, sollte man sich vorher schon darüber im Klaren sein, welche Inhalte, Informationen und Geschichten man während der Kampagne mit der Crowd teilen möchte. "Möchte ich ein spezielles Thema ansprechen, lohnt es sich bereits vorher eine Community dafür zusammen zu bringen. Das heißt bereits im Vorfeld Kontakte zu knüpfen, sich in sozialen Medien umzuschauen, mit wem man sich austauschen kann und wer sich alles für das Thema interessiert.", so die Empfehlung der Expertin Siegert.
 

Tipp 8: Facebook und Co: Socia-Media-Kanäle nutzen

Nicht nur zum Start der Kampagne, sondern auch über die Laufzeit hinweg sollte der Crowdfunder immer wieder über verschiedene soziale Netzwerke wie Facebook, Google +, Twitter, Communities wie landlive.de Informationen kommunizieren. Landwirt Meise hat zudem regelmäßig in einem Blog über den Stand des Funding und Aktuelles von seinem Hof berichtet. 
 

Fazit des Praktikers:

"Das Crowdfunding ist ein interessantes Instrument, bei dem nicht nur viele kleine Leute etwas großes Bewegen können, sondern auch die Akzeptanz einer Idee vorab getestet werden kann und diese so auch breit kommuniziert wird. Diese Kampagnie wird sicher nicht unsere letzte gewesen sein.", so das Fazit von Benjamin Meise.
 
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