Login
Steuer und Finanzen

Mit Crowdfunding den neuen Milchautomaten finanzieren

von , am
09.03.2015

Fremde sollen den Milchautomaten für den zukünftigen Abhof-Verkauf finanzieren, so die Idee eines findigen Landwirts aus Brandenburg. Er macht vor, wie sich Crowdfunding für Agrarinvestitionen nutzen lässt.

Landwirt Benjamin Meise sucht im Internet private Kapitalgeber, die sein Projekt "Milchquelle" finanziell unterstützen. © visionbakery
Benjamin Meiser lieferte bisher die gesamte Milch seiner 700 Kühe an eine Molkerei. Nun will er neue Vermarktungswege ausprobieren. Im ersten Schritt soll ein Milchautomat Kunden auf den Hof holen. Das Kapital für die Milchzapfanlage sollen fremde Investoren liefern -  und zwar mittels 'Crowdfunding', so seine Idee. Um für sein Projekt zu werben, hat er  ein kleines Video von sich und seinem Vorhaben auf die Crowdfunding-Plattform visionbakery.com gestellt.
 
Mit der Aktion "Milchquelle" will er Menschen im Netz ansprechen, die bereit sind, sich für einen mehr oder weniger großen Betrag an dem Projekt Milchautomat finanziell zu beteiligen. Der Kapitalgeber erhält dafür auch eine Gegenleistung: zum Beispiel Jetons zum Einlösen am Milchautomaten oder Hofführungen mit Milchprobe. Und das Prinzip scheint zu funktionieren: In nur einer Woche spendeten etliche User über 1.000 Euro. 

2000 Euro in zwei Wochen

Seit 13 Tagen ist die Aktion "Milchquelle" nun online. Und das Vorhaben scheint gut anzukommen - der Automat ist schon fast zur Hälfte finanziert. Die Idee kam dem Landwirt durch einen Fachartikel zum Thema Crowdfunding. Der Vorteil des Finanzierungsmodells: Es bringt nicht nur Kapital ein, sondern es dient gleichzeitig auch als wirksames Marketinginstrument. So will der Landwirt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Am Ende hat er nicht nur Geld gespart, sondern auch schon seine ersten Kunden im Boot.

Crowdfunding als Marketinginstrument

Meise entschied sich für die zweitgrößte deutsche Crowdfunding-Plattform www.visionbakery.com. Von den Plattform-Profis bekam Meise hilfreiche Tipps wie er auf seine Aktion aufmerksam machen kann. Per Video stellt er sich, seinen Betrieb und sein Projekt vor, schreibt einen Blog, beantwortet Userfragen und verbreitet die Aktion auf Facebook und Co.
 
Die ersten Geldgeber kamen noch aus dem Bekanntenkreis. Mittlerweile spenden immer mehr Fremde - meist aus der Region - im Idealfall potentielle Kunden. Die Chancen stehen gut, dass das Konzept aufgeht. Mehrere Lokalzeitungen sogar haben Interesse an der Aktion des Landwirts bekundet.
 
Wir bleiben dran und berichten wieder vom Crowdfunding-Projekt "Milchquelle"...

Crowdfunding - so geht's:

  • Maximale Laufzeit: 55 Tage (visionbakery.com)
  • Der Versuch ist kostenlos: Die Aktion gilt nur als erfolgreich, wenn der Betrag zu 100 % in der gegebenen Zeit zusammenkommt
  • Bei Erfolg erhält die Plattform 10 - 12 Prozent des Gesamtbetrags Provision
  • Überzeugende Projektbeschreibung: Die User müssen emotional angesprochen werden (Video eignet sich dafür gut)
  • Gegenleistungen anbieten! (Gutscheine oder Teilnahme)
  • Die Aktion verbreiten über soziale Netzwerke: Blog, Twitter, Facebook, Email

Der agrarmanager hat bereits über das Crowdfunding Projekt Milchquelle berichtet...

Auch interessant