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Steuertipp

Darauf sollten Sie bei der Unterverpachtung von Flächen achten

Ackerflächen bei Moosburg in Bayern
am Dienstag, 01.12.2020 - 11:22 (Jetzt kommentieren)

Die Einnahmen aus der Verpachtung von Flächen können unterschiedlich versteuert werden. Ein Fall aus der Praxis des Finanzgerichts Münster verdeutlicht die Möglichkeiten.

Im vorliegenden Fall hat ein Landwirt seinen Betrieb auf seine Ehefrau übertragen. Seine Frau verpachtete die Flächen an ihn zurück. Der Landwirt wiederum verpachtete einen Teil der Flächen an einen anderen Landwirt weiter. Zunächst erklärte er seine Einkünfte aus der Unterverpachtung als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. Den Gewinn ermittelte er pauschal nach § 13a Einkommensteuergesetz (EStG).

Im Jahr 2016 wechselte er zur Erklärung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Das Finanzamt war jedoch der Auffassung, dass diese Einordnung falsch sei. Es lägen weiterhin Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft vor.

Wie sind die Einkünfte aus Unterverpachtung zu erklären?

Verpachtung Landwirtschaft

Das hätte allerdings erhebliche Konsequenzen für die Berechnung der Einnahmen und damit die Höhe der Steuerlast. Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung gemäß § 21 EStG müssen Steuerpflichtige nämlich den Betrag versteuern, der von den Mieteinnahmen nach Abzug der Werbungskosten übrigbleibt. Als Werbungskosten können beispielsweise die Abschreibung, Grundsteuer oder Schuldzinsen geltend gemacht werden.

Bei der Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft nach § 13a EStG muss der Steuerpflichtige die Mieteinnahmen hingegen in voller Höhe versteuern. Seinen Aufwand darf er nicht gegenrechnen. Auf den Kosten, die ihm entstehen, bleibt er also sitzen.

So hat das Gericht entschieden

Die Richter des Finanzgerichts Münster gaben dem Landwirt recht (Urteil vom 23.09.2020, Az. 7 K 3909/18 E). Die unterverpachteten Flächen gehörten nicht zu seinem land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen. Es bestand auch kein enger Zusammenhang zwischen der Unterverpachtung und der Eigenbewirtschaftung der restlichen Flächen durch den Landwirt.

Somit war es aus Sicht des Gerichts nicht zwingend, dass er die Tätigkeiten zusammenfasste. Durch die Unterverpachtung erzielte der Kläger also Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Er durfte als Aufwendungen die Pacht, die er an seine Ehefrau zahlte, von den Einnahmen aus der Unterverpachtung abziehen.

Revision vor dem Bundesfinanzhof zugelassen

Die Richter haben allerdings die Revision vor dem Bundesfinanzhof zugelassen, da dieser bisher über keinen vergleichbaren Fall entschieden hat.

Dass Landwirte ihre Ausgaben bei der Verpachtung von Flächen im Rahmen der pauschalen Gewinnermittlung nach § 13a EStG nicht ansetzen dürfen, erscheint auf den ersten Blick ungerecht. Doch der Bundesfinanzhof hat 2002 entschieden, dass sie dadurch nicht in ihren Grundrechten verletzt sind. Ecovis-Steuerberaterin Ines Wollweber erläutert: „Landwirte könnten ihre Einkünfte auch nach § 13 EStG ermitteln, entweder durch Einnahmenüberschussrechnung oder Bilanzierung. Dort wirken sich nicht nur Einnahmen, sondern auch Ausgaben im Zusammenhang mit der Verpachtung aus.“.

Mit Material von Ecovis

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