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Produktion und Förderung

DBV: Wettbewerbsfähigen Ackerbau nicht gefährden

von , am
12.11.2013

Aus Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit des Ackerbaus in Deutschland und Europa hat der Deutsche Bauernverband (DBV) die Mitmachaktion "Pflanzen ernähren und schützen!" gestartet.

Joachim Rukwied heute auf der Agritechnica beim Start der Mitmachaktion. © DBV
Auf der Internetplattform meine-bauernfamilie.de können sich Landwirte direkt an die EU-Kommissare für Umwelt und Verbraucherschutz, Janez Potocnik und Tonio Borg, wenden und diese auffordern, die Erzeugung von qualitativ hochwertigen und sicheren Nahrungsmitteln weiterhin zu ermöglichen. Alternativ können sie sich über eine Postkartenaktion an der Kampagne beteiligen.
 
Den symbolischen "Roten Knopf" für die Aktion drückte DBV-Präsident Joachim Rukwied heute auf der Fachmesse Agritechnica in Hannover. Rukwied warnte, sachlich unbegründete Entscheidungen der Europäischen Kommission stellten den Pflanzenschutz und eine bedarfsgerechte Düngung in Frage.

Nicht zielorientiert

Als konkretes Beispiel nannte Rukwied das Verbot der neonikotinoiden Wirkstoffe für die Saatgutbeizung. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege für eine Umweltgefährdung durch die Wirkstoffgruppe, betonte der DBV-Präsident. Da der Rapserdfloh als bedeutender Schädling den Raps im Feld weiterhin gefährde, müssten die Landwirte die Kulturen durch Spritzungen schützen statt über die absolut umweltfreundliche Beize. Dies sei nur ein Beispiel für nicht zielorientierte Entscheidungen auf europäischer Ebene.
 
Als Weg in die falsche Richtung bezeichnete Rukwied zudem die Pläne, die Bewertungsverfahren für Pflanzenschutzmittel künftig an theoretisch denkbaren Gefahren und nicht mehr auf Basis tatsächlicher Risiken auszurichten.

Keine starren Obergrenzen

Kritisch bewertete der DBV-Präsident auch, dass die EU-Kommission Deutschland keine Verlängerung der Derogation von der EU-Nitratrichtlinie gewähren wolle, ohne dass die Düngeverordnung verschärft werde. Die Möglichkeit, mehr als 170 Kilogramm (kg) Stickstoff je Hektar und Jahr aus Wirtschaftsdünger auszubringen, sei regional sinnvoll und notwendig. Eine pauschale Obergrenze von 170 kg Stickstoff gefährde den Anbau von Qualitätsweizen in Deutschland, weil eine Düngergabe zur Stickstoffbildung in der Ähre nicht mehr möglich sei. Auch die Einführung von starren Obergrenzen für die Düngung nach dänischem Vorbild lehnt der Bauernverband ab.
Für die Dauer der Agritechnica können Messebesucher noch am DBV-Gemeinschaftsstand in Halle 17, Stand D 29 direkt bei der Aktion mitmachen. Alternativ können Unterstützer unter www.meine-bauernfamilie.dean der Aktion teilnehmen.
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