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Tarifeinigung

Deutliche Lohnerhöhungen für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft

Der Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben eine Tarifeinigung für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft erzielt.
am Mittwoch, 02.11.2022 - 12:05 (1 Kommentar)

Arbeitgeberverbände und Gewerkschaft haben Ende Oktober eine Tarifeinigung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft erzielt. Für 2022 gibt es deutliche Lohnerhöhungen.

Die neue Bundesempfehlung für Landarbeiter haben der Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) beschlossen.

Neben Lohnerhöhungen sieht die Tarifeinigung eine bundesweite Vereinheitlichung der Lohnstrukturen vor.

Arbeitskräfte ohne Berufsausbildung erhalten Mindestlohn

Wie der GLFA mitteilt, werden zum 1. Oktober 2022 neue Mindestvergütungen vereinbart. So gelte für Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung in den ersten vier Monaten einer Beschäftigung eine Vergütung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns von 12 Euro pro Stunde. Ab dem fünften Arbeitsmonat muss die Vergütung mindestens 12,50 Euro brutto betragen.

Facharbeitern werden 14,50 Euro gezahlt und für Meister liegt die Vergütung bei 16,50 Euro pro Stunde. Der GLFA weist darauf hin, dass weitere Lohn- und Gehaltsgruppen in den regionalen Vereinbarungen festgelegt werden können.

Die Ausbildungs- und Praktikantenvergütungen werden in den Ländern geregelt. Dabei muss die Vergütung für Azubis im ersten Lehrjahr mindestens 700 Euro betragen.

Inflationsausgleichsprämie wird im Dezember ausgezahlt

Im Dezember 2022 erhalten Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft die steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsausgleichsprämie. Für Vollzeitbeschäftigte beträgt sie 350 Euro. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Prämie höher ausfällt. Dies können wir aber aufgrund der in vielen Betrieben wirtschaftlich schwierigen Situation nicht verpflichtend für alle vorgeben“, erklärt Hans-Benno Wichert, Präsident des GLFA.

Er sei sich aber sicher, dass dort, wo es wirtschaftlich möglich ist, zusätzliche oder höhere Inflationsausgleichsprämien von den Arbeitgebern geleistet werden.

Außerdem sei der Verband bei der betrieblichen Altersvorsorge bemüht, eine neue tarifliche Zusatzversorgung mit der Gewerkschaft auszuhandeln.

Bis zum 31. Dezember 2023 gilt die Bundesempfehlung.

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