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Produktion und Förderung

DHG empfiehlt Frühjahrskalkung

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von , am
10.04.2013

Köln - Obwohl ein langer Winter die Zeit für die Kalkausbringung und Bodenbearbeitung begrenzen, sollten nach Ansicht der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) die Vorteile der Kalkung genutzt werden.

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Wie die DHG in einer Presseinformation erläuterte, haben Bodenverschlämmung und -verdichtung eine nachteilige Wirkung auf den Feldaufgang, was besonders bei Rüben und Mais gilt. Daher sei früher die Vorsaatkalkung mit Branntkalk angewendet worden; diese habe sich in vielen Versuchen als wirkungsvoll erwiesen.
Heute werde Branntkalk auf Böden, die zur Verschlämmung neigten, eingesetzt, wenn eine sehr schnelle Wirkung gewünscht sei und der Feldaufgang unterstützt werden solle. Zur Bildung stabiler "Kalkbrücken" mit Ton und Humus sei in tonreichen Böden freier Kalk im Boden erforderlich, der nur bei pH-Werten von mehr als 7,0 vorkomme, so die DHG.

Die Strukturen verbessern

Die Elektro-Ultrafiltration-(EUF)-Methode des Bodengesundheitsdienstes der Südzucker empfehle nicht ohne Grund eine höhere Kalkdüngung als die Methode des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA). Damit trage sie den besonderen Erfordernissen des Rübenanbaus Rechnung, denn bei guter Kalkversorgung des Bodens sei die Gefahr seiner Verschlämmung und Verdichtung deutlich verringert, und eine gute Bodenstruktur unterstütze den Feldaufgang.

Bodenerosion und ihre Folgen

Die DHG wies darauf hin, dass mit der Zunahme des Maisanbaus die Erosion und Verschlämmung von schluff- und tonreichen Böden insbesondere bei einem hängigen Relief ein aktuelles Thema seien. Bodenverschlämmung erschwere die Wasserversickerung und behindere die Bodenbelüftung. Bei starken Regenereignissen könne der Boden das Wasser nicht genügend aufnehmen, und das auf der Oberfläche abfließende Wasser trage wertvolles Bodenmaterial fort.

Wichtige Maßnahmen

Mulchsaat oder Minimalbodenberarbeitung verringerten das Erosionsproblem deutlich, lösten das Problem einer mangelnden Krümelstabilität bei unzureichender Kalkversorgung und sehr geringem Humusgehalt im Boden allerdings nicht. Eine hohe Krümelstabilität könne nur durch eine wesentliche Humusanreicherung und eine optimale bodenspezifische Kalkversorgung erreicht werden. Allein dadurch werde auch das Bodenleben signifikant gestärkt, welches für eine gute, nachhaltige Bodenfruchtbarkeit unbedingt erforderlich sei.

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