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Steuer und Finanzen

Diebstahl: Jetzt Versicherungen checken

© Thief with a bar of iron / fotolia
von , am
10.12.2014

Immer öfter sind auch Agrarbetriebe Opfer von Einbrüchen und Diebstählen. Mit der richtigen Versicherung lässt sich der Schaden begrenzen.

© imago, jochen tack, landpixel

Einbrüche und Diebstähle haben in der Landwirtschaft zugenommen. Fast täglich kann man es bundesweit in Polizeimeldungen lesen: Unbekannte stahlen einen Hoftrac aus einem Stallgebäude nahe Cuxhaven. Aus einem unbewachten Unterstand nahe Erbach im Odenwald wurde nachts ein Deutz-Traktor entwendet. Mit dem Schlepper verschwanden auch das Mähwerk, ein Kegelspalter und der einachsige Anhänger. Grund genug, um sich mit dem Thema Versicherungsschutz näher zu befassen.

Wichtige Versicherungen auf einen Blick

  • Inhalts- oder Inventarversicherung: Sie sind für Tiere, Ernte und sonstige Wirtschaftswerte. Schäden aufgrund von Einbruch oder Diebstahl und daraus resultierende Vandalismusschäden müssen jedoch häufig extra versichert werden. 
  • Maschinenversicherung für Landtechnik: Sie leistet Schutz bei Schäden an den Maschinen, die durch Unfall, Materialfehler, Konstruktionsfehler, Sabotage oder Vandalismus entstanden sind. Auch Gefahren wie Sturm, Frost, Überschwemmung, Brand, Blitzschlag, Kurzschluss oder Überspannung, Diebstahl oder Raub können damit abgedeckt sein.
  •  Kaskoversicherung: Sie schützt den Landwirt vor wirtschaftlichen Schäden am eigenen Fahrzeug oder dem Gesamtverlust durch Diebstahl. Es gibt die Voll sowie die Teilkaskoversicherung.

Bis zu 5.000 Euro bei Einbruchdiebstahl

Gerade Höfe in dünn besiedelten Gegenden unterliegen einem höheren Risiko. "Die Beschaffungskriminalität macht leider vor landwirtschaftlichen Betrieben nicht Halt. Da, wo früher noch jede Scheune - auch durch Unbefugte - betreten werden konnte, ist heute immer häufiger Sicherungstechnik zu finden", sagt Carmen Hörbelt, Sprecherin der LVM Versicherung.
 
Über die Inhaltsversicherung bietet die LVM Versicherungsschutz bei Einbruchdiebstahl in Betriebsräume bis 5.000 Euro an. "Das soll eine Grundabsicherung für Werkstattinhalt und ähnliches darstellen", sagt Hörbelt. "Zukünftig bieten wir Landwirten die Möglichkeit, die Gefahren eines Einbruchdiebstahls oder von Vandalismus, abzusichern", so Hörbelt.

Ohne Einbruchspuren keine Erstattung

Traditionell sind auf landwirtschaftlichen Betrieben die Tore und Türen tagsüber nicht fest verschlossen. Doch grundsätzlich wird auch in der Landwirtschaftlichen Sachversicherung kein Schutz für einfachen Diebstahl gewährt, sondern immer nur für Einbruchdiebstahl.
 
"Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, sollten Landwirte wissen, wie sie vorbeugen können - wir beraten sie auch dahingehend", sagt R+V-Sprecherin Stefanie Simon.  Das einzige Produkt, bei dem einfacher Diebstahl versichert sei, sei die Weidediebstahlversicherung für Tiere, so Simon.

Zylinderschloss mit Schutzbeschlag ist ein Muss

Die AXA versichert seit kurzem im Rahmen der Feuerversicherung beitragsfrei zum Beispiel auch Werkzeuge gegen Einbruchdiebstahl. Die Versicherung übernimmt Schäden für die gestohlenen Werkzeuge sowie durch den Einbruch entstandene Gebäudeschäden bis 7.500 Euro bei einem Selbstbehalt von 250 Euro.
 
Doch aufgepasst: "Wie in der normalen Hausratversicherung gehört zur Mindestsicherung, die ein Versicherer typischerweise verlangt, ein bündiges Zylinderschloss mit Schutzbeschlag", sagt Markus vom Lehn, Experte für Sachversicherungen in der Landwirtschaft bei der AXA. Versicherungsschutz besteht auch für Tiere, die gestohlen oder böswillig verletzt wurden und notgetötet werden müssen. Bei einer Technischen Versicherung für teure Arbeitsgeräte und -maschinen ist bei AXA der einfache Diebstahl versichert.


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