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Produktion und Förderung

Dioxinfund: Ergänzungsfuttermittel gesperrt

von , am
31.03.2011

Hannover - Wegen zu hoher Dioxinbelastung ist in einem niedersächsischen Fischmehlbetrieb die Abgabe eines Ergänzungsfuttermittels (Futteröl) gesperrt worden.

Die Dioxinbelastung ist doch höher als zunächst vermutet. © Mühlhausen/landpixel
Wie das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen heute bekannt gab, sei der Rückruf bereits ausglieferten Futteröls mit einem hohen Anteil an Lachsöl bereits veranlasst worden. Die von dem niedersächsischen Betrieb belieferten sieben Mischfuttermittelhersteller (in Österreich, Bayern, NRW und Baden-Württemberg) wurden informiert.

Zu hohe Werte durch Umweltbelastung des Lachses

In dem verwendeten Lachsöl wurde durch ein bayerisches Untersuchungsamt eine zu hohe Menge an Dioxin und dl PCB nachgewiesen. Die Belastung des Lachs aus seiner natürlichen Umwelt mit Dioxinen und dl PCB ist bekannt. Bei der Herstellung von Lachsöl werden die Rückstände aufkonzentriert und führten in dem vorliegendem Fall mit 6,33 ng Dioxin und dl PCB pro Kilo Öl zu einer Überschreitung des Höchstwertes, der bei 1,5 ng/Kg liegt. Dieses Öl wurde Futtermitteln für Schweine zu einem geringen Anteil (etwa vier Prozent) zugemischt.

Keine Gefahr für Verbraucher und Tiere

Eine erste Risikobewertung hat zum Ergebnis, dass in dem so hergestellten Mischfutter die Belastung an Dioxinen und dl PCB weit unter der festgelegten Höchstmenge von 1,5 ng/kg liegt. Deshalb sind in Bezug auf diese Futtermittel oder damit gefütterten Tieren zurzeit keine Maßnahmen zu veranlassen, versichert das niedersächsische Landwirtschaftsministerium. "Wir werden durch Untersuchung geeigneter Proben die Annahmen unserer Risikobewertung überprüfen", betont Minister Gert Lindemann.
"Im Gegensatz zu dem gerade überstandenen Dioxingeschehen in Futtermitteln ist hier die Ursache für die Belastung bekannt und es liegt ausreichendes Datenmaterial für die Risikobewertung vor. Wir können deshalb mit hoher Sicherheit eine Gefährdung der Tiere oder für die Verbraucher ausschließen." Das niedersächsische Unternehmen hat umgehend alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt. Die Kontrollbehörde (LAVES) führt weitere Ermittlungen und Probenahmen durch. 
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