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Produktion und Förderung

Direktvermarkter: Sorge wegen verpflichtender Nährwertkennzeichnung

von , am
28.09.2013

Eine neue EU-Verordnung fordert Nährwertangaben auf vorverpackten Lebensmitteln. Ob Direktvermarkter unter die Ausnahmeregelung fallen ist noch unklar.

Für wen die Ausnahmeregelung gelten soll ist noch ungeklärt. © landpixel
Ab Dezember 2016 müssen bestimmte Nährwerte auf vorverpackten Lebensmitteln angegeben werden. So will es die 2011 in Kraft getretene EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) die ab Dezember 2014 gilt.
Ausnahmen sollen für Lebensmittel gelten, die handwerklich hergestellt, direkt in kleinen Mengen an den Endverbraucher oder an kleine Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden.
 
Welche Probleme dabei für Direktvermarkter entstehen erklärt Sabine Hoppe, Beraterin für Direktvermarktung und Bauernhofgastronomie an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, im Gespräch mit agrarheute.com.
 

Mehraufwand für die Direktvermarkter

"Es ist sehr aufwendig, für die einzelnen Produkte die Nährwerte zu berechnen. Bei Direktvermarktern finden häufig Rezepturenwechsel statt und man müsste jedes Mal neu berechnen," erläutert Hoppe. Direktvermarktern rät sie darauf zu achten "Etiketten nicht zu sehr auf Vorrat zu produzieren". Einzelheiten zu den Ausnahmefällen sind laut Hoppe derzeit noch nicht bekannt.
 
Ob landwirtschaftliche Direktvermarkter zu der in der EU-Verordnung festgelegten Gruppe gehören, die von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung ausgenommen werden sollen, ist deshalb zurzeit auch noch nicht eindeutig geklärt. Die Fördergemeinschaft "Einkaufen auf dem Bauernhof", die sich bundesweit für die Belange landwirtschaftlicher Direktvermarkter einsetzt, drängt auf eine baldige Regelung.

Bereits jetzt zahlreiche Auflagen

Schon jetzt leiden, nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, viele kleine Lebensmittelanbieter unter kaum erfüllbaren Auflagen. Mit jedem kleinen Anbieter gingen jedoch ein Stück Lebensmittelvielfalt und Regionalität verloren. Stattdessen werde die EU-weite Standardisierung und Industrialisierung der Lebensmittelerzeugung noch forciert.

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