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Produktion und Förderung

Direktzahlungen: Reales Minus von 4,9 Prozent möglich

von , am
25.02.2013

Brüssel - Im mehrjährigen Finanzrahmen von 2012 bis 2020 sind bereits Kürzungen beschlossen. Für die deutschen Direktzahlungsempfänger könnte das ein reales Minus von 4,9 Prozent bedeuten.

Im Dezember sollen 100 Prozent der Flächenprämien ausgezahlt werden © Mühlhausen/landpixel
Die von den EU-Staats- und Regierungschefs beschlossenen Kürzungen der Obergrenzen im mehrjährigen Finanzrahmen 2014 bis 2020 bedeuten für die Direktzahlungen in Deutschland voraussichtlich ein reales Minus von 4,9 Prozent. Das geht aus Schätzungen der Europäischen Kommission hervor, die am Rande des Europäischen Rats kursierten. Danach stünden für deutsche Landwirte im nächsten Siebenjahreszeitraum maximal 31,782 Milliarden Euro zur Verfügung, ausgedrückt in Preisen von 2011. Pro Jahr währen das real durchschnittlich 4,54 Milliarden Euro.

Kürzungen im oberen Mittelfeld

Die Kürzungen bewegen sich damit verglichen mit anderen EU-Ländern im oberen Mittelfeld. Die höchsten Abstriche müssen - neben dem kleinen Malta - Belgien und die Niederlande mit jeweils mehr als sieben Prozent hinnehmen. Stark bluten mit Kürzungen zwischen fünf Prozent und sieben Prozent müssen auch Dänemark, Griechenland, Italien und Zypern. Bulgarien, Spanien, Polen, die Slowakei, Finnland, Schweden und Großbritannien können hingegen Verringerungen von weniger als drei Prozent einkalkulieren.
 
Die Gewinner lassen sich an einer Hand abzählen: Lettland erhält 50,6 Prozent mehr, Estland 31,3 Prozent, Litauen 16,6 Prozent, Rumänien 2,6 Prozent und Portugal 1,1 Prozent. Insgesamt stehen für die Direktzahlungen von 2014 bis 2020 ohne Marktmaßnahmen höchstens 265,128 Milliarden Euro zur Verfügung - auch dies ausgedrückt unter Berücksichtigung der Inflation seit 2011. Für das künftige Neumitglied Kroatien ist eine Obergrenze von 1,014 Milliarden vorgesehen.

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